Verkehr in der Innenstadt : Schritttempo und Nachtfahrverbot in Mölln?

Mölln aus der Luft
Soll Möllns historische Innenstadt in der Nacht für Autos tabu werden? Der Bauausschuss will die Ratsfraktionen weiter darüber diskutieren lassen.

In der historischen Altstadt staut sich der Verkehr regelmäßig: Die Straßen sind für die vielen Autos zu eng. Nachts verursachen Autofahrer starken Lärm auf dem historischen Pflaster. Die Stadt will etwas tun – und bekommt Widerstand von Geschäftsleuten.

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21. März 2014, 12:17 Uhr

Mölln | Die Möllner Altstadt ist voller Autos – mehr als 10.000 sind es jeden Tag. Eigentlich zu viele für den historischen Kern. Und nur 25 Prozent der Autofahrer haben die Innenstadt tatsächlich als Ziel, der Rest fährt einfach nur durch. Anwohner sind genervt wegen des Lärms, Autofahrer wegen ständiger Staus. Die Stadt will handeln und die Hauptstraße im Süden der Altstadt sperren. Der Durchgangsverkehr müsste dann auf die gut ausgebaute Bundesstraße im Westen ausweichen. „Die Zufahrt zur Altstadt wäre dann nur noch von Norden her möglich“, sagt Bauamtsleiter Manfred Kuhmann. Mehr noch: Das Tempolimit soll von 20 auf 10 Stundenkilometer reduziert werden, um mehr Ruhe für die Anwohner zu bringen. Nachts soll sogar ein komplettes Fahrverbot verhängt werden. „Wenn die Straßen frei sind, fahren einige mit 50 oder 60 über das Kopfsteinpflaster“, sagt Bürgermeister Jan Wiegels.

Donnerstagabend sollte der Bauausschuss über das Konzept entscheiden. Doch stattdessen gab der nach einer lebhaften Debatte die Überlegungen zur Beratung in die fünf Fraktionen zurück. SPD, CDU, FDP, Grüne und Freie Möllner Wählergemeinschaft (FMW) sollen sich nun unter anderem darüber Gedanken machen, wann in Mölln die Nacht beginnt und wann sie endet, sprich: in welcher Zeit das Fahrverbot gelten soll. „Vor allem Vertreter der Geschäftswelt haben im Ausschuss interessiert zugehört“, berichtet Kuhmann. Denn viele Geschäftsleute sind gegen die Sperrung, weil sie einen Rückgang ihrer Kundenzahlen befürchten. Dies war auch in Neumünster einer der Gründe für eine Unterbrechung des dortigen Verkehrsversuchs, bei dem der Großflecken tagsüber für Autos gesperrt wurde. Die Neumünsteraner sollen am 25. Mai über eine Dauersperrung entscheiden. Möllns Bürgermeister Wiegels wirbt für die Idee, in seiner Stadt den Durchgangsverkehr umzuleiten: „Es ist doch viel schöner, wenn ein Café draußen Tische und Stühle aufstellen kann und die Gäste nicht von Abgasen umgeben sind.“

Die Vorschläge hat Mölln in einem Klimakonzept entwickelt; das wurde im August 2013 beschlossen. 50 Einzelmaßnahmen darin werden jetzt nacheinander umgesetzt. Der Bauausschuss soll das Thema Verkehrsberuhigung zu seiner nächsten Sitzung am 10. April wieder auf die Tagesordnung bekommen.

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