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Elternfreie Zone in Kropp : Zwischen Schlafsäcken und Büchern

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

27 Kinder haben sich auf eine Quiz-Rallye durch Kropp gemacht und danach in der Bücherei übernachtet.

Keinen nullachtfünfzehn Schlafsack, sondern einen mit einer Schwanzflosse, wie die einer Meerjungfrau, hat die siebenjährige Emmi mit zur Übernachtung in die Kropper Bücherei mitgebracht. Es ist kurz nach 20 Uhr, als die 27 Mädchen und Jungen ihre Luftmatratzen, Isomatten, Kissen, Decken und Kuscheltiere zwischen den Bücherregalen auf dem Boden verteilen und dann ausgelassen toben. „Die Eltern haben wir vor fünf Minuten rausgeschmissen“, sagt Büchereileiterin Gabriele Christianen und schmunzelt – über Nacht ist hier „elternfreie Zone“.

Bevor der Lärmpegel eskaliert, geht es für die Kinder an die frische Luft: In drei Gruppen führt sie eine Rallye durch Kropp. Bevor es los geht, schlüpft Emmi noch schnell kurz in ihren Meerjungfrauen-Schlafsack und lässt sich von Gabriele Christiansen und Jugendpflegerin Kirsten Doormann durch die Luft schwingen. Bei der dritten Nacht in der Bücherei ist zudem der Leiter des Jugendzentrums, Sven Hartrich, zum zweiten Mal als Betreuer dabei.

Auch unter den Kindern gibt es Wiederholungstäter. „Ich habe schon letztes Mal mitgemacht“, erzählt Mirco. Besonders gut ist ihm die Rallye im Gedächtnis geblieben. Auch diesmal beginnt die Nacht vielversprechend: „Es ist ganz lustig“, meint er. Mit 14 Jahren ist er einer der Ältesten – die Jüngsten haben wie Emmi gerade die erste Klasse hinter sich und üben sich noch im Lesen, wozu sie im Laufe des Abends genug Gelegenheit bekommen werden. Zum Beispiel beim Vorlesen der Rallyefragen, die die Kinder quer durch den Ort schicken. Die erste fragt danach, wie viele Fenster die Kirche hat. Von dort geht es über weitere Stationen vom Wikingerhof bis zum evangelischen Kindergarten zurück zur Bücherei.

„Irgendwann fallen sie totmüde um“, weiß Gabriele Christiansen aus Erfahrung. Doch erst nach Bingospiel und Lesezeit wird es ruhiger und um Mitternacht gehen die Lichter aus. „Das Wecken am Morgen war nicht so einfach“, so die Büchereileiterin. Zwei kleine Schlafmützen hätten den größten Teil der Aufräumarbeiten verpennt. Nach dem Frühstück im Jugendzentrum wurden die Kinder gestern von den Eltern wieder in Empfang genommen. Und die Betreuer? Die sind übermüdet und brauchen erstmal eine Mütze voll Schlaf.

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