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Schleswig-Flensburg : Zweierlei Maß bei der Denkmal-Sanierung

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Warum der Kreis als Eigentümer für den Bismarckturm Geld bekommt, für die Waldemarsmauer aber nicht.

von
erstellt am 14.Feb.2017 | 07:05 Uhr

Kein Geld vom Land für die Sanierung der Waldemarsmauer, zugleich aber mehr als 600  000 Euro für die Renovierung des Bismarckturms auf dem Scheersberg. Wie ist das möglich? Hatte das Kulturministerium nicht argumentiert, der Kreis als Eigentümer der Waldemarsmauer sei nicht antragsberechtigt? Dabei gehört doch auch der Bismarckturm dem Kreis. Und beides sind Kulturdenkmäler, deren Wichtigkeit das Land anerkennt. Warum wird in Kiel mit zweierlei Maß gemessen?

So einfach, wie es scheint, ist es nicht. Das macht Thorsten Roos, beim Kreis für die Regionalentwicklung und auch die Waldemarsmauer zuständig, deutlich. Denn entscheidend für die Zuordnung eines Förderprogramms zu einem Projekt sei dessen Ausrichtung. Und darin unterscheiden sich die Pläne des Kreises für Waldemarsmauer und Bismarckturm nun einmal. Aus dem „Investitionsprogramm kulturelles Erbe“ (IKE) beispielsweise wurden bis Ende 2016 Projekte gefördert, die der Inwertsetzung von Kulturdenkmälern dienen – ein Fördertopf, der auch dem Danewerk schon zugute kam. 645  000 Euro hat das Land für die Umgestaltung der Außenanlagen am Danewerk in Busdorf bereitgestellt. Dort ist der ehemalige Verlauf des Walls jetzt wieder sichtbar. Ein „Wallgarten“ wurde modern gestaltet, Treppen umgestaltet und die Straße vor dem „Achterwall“ für den Durchgangsverkehr gesperrt. Zur Einweihung war 2013 sogar Ministerpräsident Torsten Albig gekommen.

Im Unterschied zu der jetzt notwendigen Sanierung der Waldemarsmauer diente das Busdorfer Projekt allerdings nicht nur der Instandhaltung, sondern auch touristischen Zwecken. Und genau darin liege der Unterschied, betont Roos. So gern man das auch für die Waldemarsmauer für sich reklamieren würde – allein aufgrund der Tatsache, dass das benachbarte Danewerk-Museum über den geschichtlichen Hintergrund und die Bedeutung des 650 Jahre alten Ziegelbauwerks aufklärt, wäre eine solche Argumentation nicht stichhaltig.

„Wir als Kreis möchten ehrlich bleiben, und nur das fördern lassen, woran wir auch glauben“, sagt Roos. Und zu dieser Ehrlichkeit gehört, dass der Kreis eben bislang kein Konzept für eine touristisch ausgerichtete Inwertsetzung der Waldemarsmauer in der Schublade hat.

Anders sieht es mit dem Bismarckturm aus. Das Sanierungskonzept für die derzeit gesperrte Kreisimmobilie sieht vor, dort museale Elemente neu zu installieren, etwa in Form einer Ausstellung über den „Tanker-Friedhof“ in der Geltinger Bucht, um mehr Touristen anzulocken. Das hat im Kulturministerium überzeugt – ein Förderbescheid des Landes über 633  000 Euro war Mitte November die Folge.

Eine erfreuliche Nachricht für die Mitglieder des Werkausschusses, der heute tagt und der die Vorbereitungen treffen wird für das weitere Vorgehen. Übermorgen hingegen tagt der Regionalentwicklungsausschuss. Dort wird die Frage im Raum stehen, wie es mit dem Danewerk weiter gehen soll angesichts der Tatsache, dass es vom Land – wie berichtet – aus anderen Töpfen auch kein Geld geben wird.

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