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Schleswiger Nachrichten

11. Dezember 2017 | 20:37 Uhr

Jübek : Zwei Pläne für ein Ärztehaus

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Zwei Investoren möchten in der Geestgemeinde unabhängig voneinander die medizinische Versorgung sichern. Ärzten, die sich neu in der Gemeinde ansiedeln, bietet Unternehmer Dieter Schmidt sogar Mietfreiheit an.

Es ist sicherlich nicht besonders gewagt, Dieter Schmidt als einen Macher zu bezeichnen. Diese Aussage würden gewiss auch viele Jübeker ohne Weiteres unterschreiben. Denn seitdem der selbstständige Kaufmann 1996 in der Geestgemeinde den Sky-Markt übernommen und danach ausgebaut hat, nahm Schmidt bereits des Öfteren das Heft in die Hand, um in Jübek etwas zu bewegen. So errichtete er rund um den Dorfplatz, an dem auch der Sky-Markt liegt, mehrere Gebäude, in denen unter anderem ein Drogeriemarkt, Gastronomie, eine Zahnarzt- sowie Physiotherapiepraxis untergebracht sind – ein Ensemble, das längst zum Mittelpunkt der Gemeinde geworden ist. Im Sommer 2011 ergriff Schmidt erneut die Initiative und riss die ehemalige Jübeker Meierei gegenüber seines Verbrauchermarktes ab – mit dem Plan, dort ein Ärztehaus zu errichten. Das jedoch entpuppte sich als schwierige Mission, wie er feststellen musste. „Nach vielen Gesprächen mit Medizinern und der Kassenärztlichen Vereinigung kann ich sagen, dass es in der Tat nicht einfach ist, Ärzte davon zu überzeugen, aufs Land zu kommen.“

Kürzlich nun haben seine Pläne einen weiteren Dämpfer erhalten. Die Gemeinde konnte ein 7400 Quadratmeter großes Grundstück erfolgreich verkaufen. Ergebnis: Ein Investor von der Insel Sylt plant auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei Hagge unter anderem den Bau eines Ärztezentrums (wir berichteten). Für Jübeks Bürgermeister Herbert Will eine komfortable Situation. „Wenn sich zwei Investoren in der Gemeinde darum bemühen, Ärzte hierher zu holen, kann ich mich als Bürgermeister doch nur freuen“, meint er. Eine Konkurrenzsituation sieht er dabei nicht, auch er selbst wolle sich nicht positionieren, betont Will und fügt an: „Unabhängig davon kann man ja, was die ärztliche Versorgung vor Ort betrifft, nun wirklich nicht von einer Unterversorgung reden.“ Schließlich gebe es in Jübek aktuell drei niedergelassene Ärzte. Entsprechend sehe er keine Notwendigkeit, sich als Gemeinde in das Werben von Landärzten einzumischen.

Das wiederum bewertet Dieter Schmidt ganz anders. „Unsere Mediziner im Dorf sind in einem Alter, in dem man schon längst nach Nachfolgern Ausschau halten sollte. Zudem ist zumindest die Immobilie, in der sich die Gemeinschaftspraxis befindet, längst nicht mehr zeitgemäß.“ Schmidt sieht eine sichere ärztliche Versorgung auch als Standortvorteil für die wachsende Gemeinde Jübek. „Hier ziehen immer mehr Familien hin. Die wollen eine gute Infrastruktur vorfinden, zu der auch ein Arzt gehört. Das ist ein wichtiges Stück Lebensqualität“, meint er.

Neben einem persönlichen Interesse daran, dass auch künftig Mediziner in Jübek niedergelassen sind, verfolgt der Kaufmann dabei auch seine wirtschaftlichen Interessen. „Natürlich geht es auch darum. Ich merke es sofort in der Kasse, wenn der Arzt hier im Zentrum zu hat. Denn viele Menschen verbinden einen Termin mit dem Einkauf“, sagt Schmidt. Auch deshalb würde er möglichen Interessenten beispielsweise eine Mietfreiheit einräumen, wenn sie sich denn für einen Einzug in sein Ärztehaus entscheiden. „Da hätte am Ende nicht nur ich, sondern viele Jübeker gut von“, ist er überzeugt.

Ob überhaupt – und wenn ja, wohin – neue Ärzte in die Geestgemeinde kommen, ist bislang noch ungewiss. Der Sylter Investor zumindest hat für sein Projekt laut Aussage des Bürgermeisters bereits einen Bauvorantrag beim Bauamt des Kreises gestellt. Dieter Schmidt wartet weiter ab: „Ich habe keinen Druck. Hier wird es eines Tages eine Wohnbebauung geben, wenn es mit dem Ärztehaus nicht klappt. Wenn das wiederum jemand anderes realisiert, freue ich mich natürlich auch.

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