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Schleswiger Nachrichten

21. Oktober 2017 | 21:44 Uhr

Schleswig : Zwei erfolgreiche Mathe-Genies

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die beiden Lornsenschüler Najeeb Ward (13) und Celina Schmidt (17) machten beim 54. Landeswettbewerb eine gute Figur.

Man stelle sich folgender Aufgabe: „Zu einem Theaterbesuch reisen 150 Besucher mit dem Bus an, alle anderen Besucher kommen zu Fuß oder mit dem Auto. Es sind genau 15 Prozent mehr Nichtbusreisende als Busreisende und das Theater fasst 400 Plätze. Ermittle, wie viele Gäste die Aufführung besuchen!“

Für Menschen mit Mathe-Phobie wäre diese Aufgabe wohl ein Albtraum, für den 13-jährigen Schüler Najeeb Ward von der Lornsenschule ebnete sie den Weg zum dritten Platz bei der Landesrunde der 54. Mathe-Olympiade an der Universität Flensburg. Besonders beeindruckend: Der Achtklässler stammt aus Syrien und ist erst seit rund anderthalb Jahren in Deutschland zu Hause. „Mathe war schon seit der ersten Klasse mein Lieblingsfach“, sagt er. Kein Wunder, dass er im Zeugnis die Note „Eins“ hat. Ebenfalls von der Lornsenschule hatte sich Celina Schmidt (17) aus dem zwölften Jahrgang für den Wettbewerb qualifiziert. Dabei sei sie zum Anfang ihrer Schullaufbahn gar kein Mathefan gewesen, sagt sie. Doch mittlerweile sei es ihr Lieblingsfach. Das belegt auch bei ihr das Zeugnis: 15 Punkte hat sie in Mathe – eine „Eins plus“. Besser geht es nicht.

Sowohl Najeeb als auch Celina sind von ihren Mathelehrern auf die Olympiade aufmerksam gemacht worden und hatten sich zunächst über eine Schulrunde für die Kreisrunde qualifiziert. Diese fand in Flensburg statt, wo Celina unter den Oberstufenschülern den ersten Platz erreichte – Najeeb belegte in seiner Klassenstufe den zweiten Platz. „Danach haben wir in Flensburg für die Mathe-Olympiade trainiert“, sagt Celina. An drei Tagen rechneten sie Olympiade-Aufgaben durch – unter Beobachtung, denn das Vorbereitungsseminar war gleichzeitig die Auswahlrunde.

Celina und Najeeb durften sich am Ende freuen: Sie waren unter den 154 Nachwuchs-Mathematikern, die sich für die Landesrunde qualifizierten. Diese ging über zwei Tage. „Gleich am Anfang gab es die erste vierstündige Klausur“, erklärt die 17-Jährige. Nach der Nacht in der Jugendherberge ging es am nächsten Morgen mit einer zweiten Klausur weiter. „Ich war ganz schön aufgeregt“, erinnert sich Najeeb, der dabei eine Geometrieaufgabe und zwei Gleichungen lösen musste. Celina dagegen meint, bei Referaten sei sie persönlich viel aufgeregter. Zudem rechnete sie sich vorher keine hohen Chancen aus, „ich wusste ja, dass es auf der Landesebene erheblich schwieriger wird“. Daher sei sie nicht enttäuscht, dass sie im Gegensatz zu Najeeb keinen Platz auf dem Treppchen ergattern konnte.

Zwar hat es für den 13-Jährigen noch nicht für die Teilnahme am bundesweiten Mathe-Wettbewerb gereicht, betrübt macht ihn das aber nicht. „Es war eine gute Erfahrung“, sind sich beide Schüler einig. Und Celina meint zu ihrem jüngeren Mitschüler: „Im Herbst beginnt die neue Schulrunde, dann kannst du ja wieder mit machen.“ Sie wird sich derweil auf ihr Abitur konzentrieren.


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