Schleswig : Zum letzten Gebet

Antje Hanselmann wuchs in der Nähe von Würzburg auf, studierte in Hamburg Theologie und machte ihr Vikariat in Neumünster. Nach mehreren Stationen in der Schweiz, unter anderem als Universitätspastorin in Basel, wechselte sie zum Kirchenkreis Schleswig-Flensburg und übernahm dort die ökumenische Arbeitsstelle. Die 43-Jährige ist ledig und wohnt bereits seit einigen Jahren in Schleswig.
1 von 3
Antje Hanselmann wuchs in der Nähe von Würzburg auf, studierte in Hamburg Theologie und machte ihr Vikariat in Neumünster. Nach mehreren Stationen in der Schweiz, unter anderem als Universitätspastorin in Basel, wechselte sie zum Kirchenkreis Schleswig-Flensburg und übernahm dort die ökumenische Arbeitsstelle. Die 43-Jährige ist ledig und wohnt bereits seit einigen Jahren in Schleswig.

Am Sonnabend wird Bischof Gothart Magaard die Kapelle im Gemeindehaus St.-Michaelis-Süd offiziell entwidmen.

von
03. Januar 2018, 07:00 Uhr

Gottesdienste haben hier schon in den vergangenen Jahren nur noch selten stattgefunden. Jetzt wird die Kapelle im Gemeindehaus St.-Michaelis-Süd am Übergang vom Lollfuß zum Stadtweg auch offiziell entwidmet. Bischof Gothart Magaard nimmt diese Zeremonie am kommenden Sonnabend, 6. Januar, im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes mit dem Michaelischor vor. „Dies ist ein weiterer Baustein des neuen Gebäudekonzepts der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Schleswig“, sagt Pastorin Antje Hanselmann, die ihr Büro vorerst weiterhin auf dem Gelände des Gemeindehauses behalten wird.

Im Laufe der nächsten Jahre aber, das steht bereits fest, wird sich die Kirche von diesem Standort vollständig zurückziehen. Das Gebäude-Ensemble soll vermietet oder verkauft werden. „Die besonderen Gottesdienste wie zum Beispiel das Feierabendmahl und Weihnachten in Gemeinschaft werden zukünftig in anderen Schleswiger Kirchen gefeiert“, betont Hanselmann.

Das Pastorat im hinteren Bereich des Grundstücks steht bereits leer, seit Pastor Matthias Hertel 2013 in den Ruhestand ging. Die Geschichte des Gemeindehauses ist eng mit dem Namen Hertel verbunden. Der Pastor wirkte hier 33 Jahre lang und prägte dabei eine auch politisch engagierte Gemeindearbeit. Matthias Hertel baute unter anderem eine Partnerschaft mit der lutherischen Kirche in El Salvador auf, die er bis heute pflegt. Auch gründete er gemeinsam mit ehrenamtlichen Mitarbeitern den Weltladen, der sich im Untergeschoss des Gemeindehauses befindet. In den kommenden Jahren soll dieser Laden in das Umfeld des St.-Petri-Doms umziehen.

Das 1974 eingeweihte Gemeindezentrum hatte schon in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung verloren. Regelmäßige Sonntagsgottesdienste sind hier schon seit 1995 nicht mehr gefeiert worden. Danach hatte Hertel hier noch wöchentliche Friedensandachten gehalten. Zeitweise waren Teile des Gemeindehauses an die Domschule vermietet, die Platz für Klassenräume brauchte. Jetzt gilt das Gebäude als dringend sanierungsbedürftig. Die Kirchengemeinde, die sich angesichts sinkender Mitgliederzahlen auch von ihrem Gemeindehaus auf dem Michaelisberg trennen wird, will künftig einen großen Teil ihrer familienorientierten Arbeit in der Paulus-Kirche an der Königsberger Straße konzentrieren.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen