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Schleswiger Nachrichten

22. August 2017 | 15:26 Uhr

Schleswig : Zum ersten Mal Fasching feiern

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Schüler des Berufsbildungszentrums veranstalten gestern ein Karnevalsfest für junge Flüchtlinge.

Trotz Aschermittwoch wurde gestern Vormittag im Berufsbildungszentrum (BBZ) noch einmal kräftig auf den Putz gehauen: Die Klasse der künftigen Heilerziehungspfleger veranstaltete im Rahmen ihres Unterrichts ein Faschingsfest für die Mitschüler der DaZ-Klassen (Deutsch als Zweitsprache), darunter auch einige Flüchtlinge.

„Wir haben in diesem Lehrjahr ein Fach, in dem wir lernen, wie man am besten im Team arbeitet und Veranstaltungen organisiert. Das ist es natürlich super, wenn wir das ganze gleich in der Praxis ausprobieren können“, erzählte Schülerin Cindy Beusen (22). Ihre Lehrerin Keike Albrecht habe die 28-köpfige Klasse auf die Idee gebracht: „Ich habe vorher schon viel mit Flüchtlingen zusammengearbeitet, da lag die Verbindung nahe“, erzählte sie. Die Entscheidung, ein Fest zu planen, stand bereits schnell fest – und Fasching sei da einfach am nächsten gewesen, so Keike Albrecht weiter. „Die Schüler sollen später im Beruf mit Menschen in Kontakt treten und lernen, mit ihnen zu kommunizieren.“

Drei Wochen haben die Vorbereitungen gedauert. Hauswirtschaftslehrerin Gesa Marsch half beim Vorbereiten des Essens: „Das Buffet haben wir rein vegetarisch gehalten, damit sich niemand eingeschränkt fühlt.“ Hagen Braun vom Jugendmigrationsdienst der Schleswiger Diakonie, der das Fest mitgestaltet hat, arbeitet schon lange eng mit dem BBZ zusammen: „Viele der ausländischen Jugendlichen, die hierher kommen, sitzen oft alleine zu Hause. Veranstaltungen wie diese helfen ihnen dabei, Kontakte zu knüpfen und voneinander zu lernen.“

Zum Rahmenprogramm der Feier zählten ein Hip-Hop-Tanz der Mittelstufe, Gesangsauftritte und ein Volkstanz aus Eritrea. Viele der 90 anwesenden DaZ-Schülern hatten sich verkleidet oder ließen sich zumindest schminken. Es wurde gelacht, gesungen, getanzt – zu Musik aus den unterschiedlichsten Regionen. Manch einer ließ sich Disco-Fox beibringen. Besonderes Highlight war dann aber eine Polonaise über den Schulhof.

„Viele von uns kannten das vorher gar nicht, aber mir hat es sehr gut gefallen“, sagte Morad Khodadad (17). Auch DaZ-Hauptverantwortliche Katrin Keden-Laußer war von der Organisation der Schüler begeistert: „Die haben das ganz toll umgesetzt. Wir wollen auf jeden Fall nochmal was zusammen machen.“

2011 wurde das DaZ-Projekt ins Leben gerufen. Von insgesamt rund 3800 Schülern am BBZ sind mittlerweile 160 DaZ-Schüler, die meisten von ihnen im Alter von 16 bis 18 Jahren. Unter ihnen vertreten sind Länder wie Somalia, Afghanistan, Albanien, Syrien, Irak, Iran, Eritrea, Bulgarien, Kosovo und Italien.

DaZ-Schülerin Loula Sheekh Mahamud (17) ist vor elf Monaten nach Deutschland gekommen. Seitdem hat sie sich bis in die Fortgeschrittenen-Klasse vorgearbeitet – und das ohne Vorkenntnisse. „Die Sprache zu lernen, fiel mir gar nicht schwer“, erzählte sie. Wenn sie mit ihrer Abschlussarbeit in der DaZ-Klasse fertig ist, will sie eine Ausbildung zur Krankenpflegerin beginnen: „Ich möchte gerne Menschen helfen und für sie da sein.“

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erstellt am 11.Feb.2016 | 07:42 Uhr

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