Landestheater in Schleswig : Zugabe im Slesvighus

Das Slesvighus der dänischen Minderheit: Der Mietvertrag für die Theater-Spielstätte läuft noch bis zum nächsten Jahr.
Das Slesvighus der dänischen Minderheit: Der Mietvertrag für die Theater-Spielstätte läuft noch bis zum nächsten Jahr.

Die Zeichen stehen auf Einigung: Das Landestheater wird wohl seine bisherige Spielstätte behalten, bis der Neubau auf der Freiheit steht.

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29. Januar 2018, 11:33 Uhr

Unterschrieben ist noch nichts, aber alles deutet darauf hin, dass das Landestheater in den nächsten Jahren weiterhin im Slesvighus seine Spielstätte haben wird. Zwischen dem dänischen Kulturverband SSF als Immobilieneigentümer, der Stadt Schleswig und dem Landestheater haben bereits Gespräche in Rendsburg stattgefunden. „Ich bin guter Dinge, dass wir an dieser Front erst einmal Ruhe haben“, erklärte Bürgermeister Arthur Christiansen jetzt im Kulturausschuss.

Der derzeitige Mietvertrag läuft noch bis 2019. Als er vor bald zwei Jahren abgeschlossen wurde, war geplant, dass bis dahin das neue Theater auf der Freiheit stehen sollte. Inzwischen zeichnet sich ab, dass der Bau erst deutlich später fertig sein wird.

In den nächsten Wochen soll der Architektenwettbewerb auf den Weg gebracht werden. Christiansen rechnet mit Ergebnissen bis zu den Sommerferien, wie er jetzt vor dem Kulturausschuss erklärte. Im März soll der Bauausschuss über den Bebauungsplan beraten. Die Ratsversammlung könnte dann in ihrer April-Sitzung den Aufstellungsbeschluss fassen.

Die Projektsteuerung werde demnächst voraussichtlich an ein „namhaftes Büro aus Kiel“ vergeben. Geplant ist, dass das neue Theater 2021 steht. Garantieren könne man diesen Termin aber nicht, so Christiansen. „Wir wissen nicht, was noch passiert.“

Die Gesellschafter und die Geschäftsführung des Landestheaters erwarten daher zu Recht schnell Planungssicherheit für die kommenden Jahre. Seitens des SSF stehe man einer Verlängerung der Zusammenarbeit im Slesvighus sehr aufgeschlossen gegenüber. Das gelte sowohl für die Chefetage in Flensburg als auch für den Schleswiger SSF-Regionalverband. „Städtischerseits besteht kein Interesse, die Location zu ändern“, betonte der Bürgermeister – und erntete keinen Widerspruch von den anwesenden Kommunalpolitikern aller Fraktionen.

Das war vor zwei Jahren noch anders. Damals war die Verlängerung des Vertrags mit dem SSF bis 2019 hochumstritten. Es gab Überlegungen, ein Zelt als Übergangsspielstätte aufzustellen oder eine alte Lagerhalle auf der Freiheit zur Übergangsspielstätte aufzumöbeln – was bei Landestheater-Intendant Peter Grisebach auf heftigen Widerstand gestoßen war.

Von solchen Lösungen ist inzwischen nicht mehr die Rede. „Ein nochmaliger Standortwechsel würde den Standort Schleswig und auch uns als Mitglied der Theater-GmbH schwächen“, sagte der Bürgermeister. Das Slesvighus dient seit 2012 als Ersatz für das inzwischen abgerissene Stadttheater im Lollfuß.

2016 hatte es auch Diskussionen über die Höhe des Mietpreises gegeben, den der SSF für das Slesvighus aufrief. Die Stadt zahlt für zwei Jahre insgesamt 400 000 Euro. Diesmal werde es „deutlich günstiger“, versicherte Christiansen, ohne Zahlen zu nennen. Bei der Preisfindung spielt offenbar auch eine Rolle, dass das Landestheater den Saal nicht mehr so häufig nutzt wie noch zu der Zeit, als Schleswig Produktionsort für die Schauspielsparte war.

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