zur Navigation springen

SPD-Kreisempfang : „Zu wenig Flens, zu viel Burg“

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Genossen aus dem Kreis Schleswig-Flensburg weisen den Vorstoß für eine „Großkommune Flensburg“ zurück.

Der Vorstoß von Flensburgs Oberbürgermeister Simon Faber (SSW) für die Schaffung einer Großkommune – er sorgte auch beim gemeinsamen Neujahrsempfang von SPD-Kreisverband und -Kreistagsfraktion für reichlich Gesprächsstoff. Eigentlich habe der Landrat mit seiner Kritik an diesen Plänen ja bereits alles gesagt, meinte Fraktionschef Ingo Degner unter dem Beifall der Gäste im Bürgersaal des Schleswiger Kreishauses. Die eine oder andere Spitze in Richtung Faber konnte er sich dann aber doch nicht verkneifen. Degner zitierte den Gutachter Holger Vajen, der schon vor etlichen Jahren in seiner Expertise zur Fortentwicklung der Region festgestellt hatte: „Flensburg hat zu viel Burg und zu wenig Flens.“ Degner leitete daraus nun ab: „Wir brauchen also mehr Flens, weniger Burg. Und was wir gar nicht brauchen sind Hauptstadtallüren und Großgemeinden!“

Bis nach Kiel war das Thema „Großkommune Flensburg“ bisher noch nicht durchgedrungen, wie Manuela Söller-Winkler, Staatssekretärin im Innenministerium, einräumte. Entsprechend überrascht zeigte sich die SPD-Politikerin von der Debatte. Söller-Winkler war am Freitagabend in Vertretung des erkrankten Innenministers Stefan Studt nach Schleswig gereist, um über „Eine aktive Bürgergesellschaft als Grundstein für unser Gemeinwesen“ zu referieren. Als größte aktuelle Herausforderung bezeichnete sie es, die ins Land kommenden Flüchtlinge aufzunehmen und zu integrieren. Dies sei zu allererst ein Gebot der Menschlichkeit. Es sei aber auch ein Gebot der Vernunft, ergänzte die Staatssekretärin. Denn: „Schleswig-Holstein braucht Zuwanderung, um zukunftsfähig zu bleiben.“

Söller-Winkler hob die Hilfsbereitschaft und das Engagement vieler Schleswig-Holsteiner in der Flüchtlingsfrage hervor. „Wir erleben eine aktive Bürgergesellschaft, und es macht mich stolz, in dieser Gesellschaft zu leben.“ Sie wolle, dass Schleswig-Holstein für die Flüchtlinge zum Zuhause werde. Die große Mehrheit in Deutschland sei weltoffen und geschichtsbewusst, betonte Söller-Winkler und lobte, dass in der vergangenen Woche in Kiel 11  000 Menschen auf die Straße gegangen seien, um ein „eindrucksvolles Zeichen“ gegen Rassismus zu setzen.

Als Arbeitsschwerpunkte seiner Fraktion für dieses Jahr nannte Ingo Degner neben der Flüchtlingsintegration unter anderem verstärkte Anstrengungen, um den Ausbau des schnellen Internets im Kreisgebiet voranzutreiben. Dabei müsse auch die Landesregierung mehr Engagement zeigen, forderte er. „Wie in anderen Bereichen auch darf es durch einen unterschiedlichen Ausbau nicht zu einer wirtschaftlichen Spaltung bei uns kommen.“ Die SPD begrüße daher den von Landrat Wolfgang Buschmann initiierten „Glasfasergipfel“ an diesem Montag im Technologiezentrum.

Eine besondere Ehre wurde auf dem Empfang dem ehemaligen Kropper Bürgermeister Reinhard Müller zuteil, der sich nach zwei Jahrzehnten im Amt Ende Dezember in den Ruhestand verabschiedet hatte. SPD-Kreischef Ralf Wrobel und die Landtagsabgeordnete Birte Pauls zeichneten Müller mit der Willy-Brandt-Medaille aus. Die Partei ehrt damit Mitglieder, die sich in besonderer Weise um die Sozialdemokratie verdient gemacht haben.

zur Startseite

von
erstellt am 02.Feb.2015 | 09:46 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen