Zu nah am Kuhstall: Keine Genehmigung für Markttreff

Zum Spielplatz hin sollte der Anbau des Markttreff s realisiert werden. Rechts  der landwirtschaftliche Betrieb. Foto: Steinhagen
Zum Spielplatz hin sollte der Anbau des Markttreff s realisiert werden. Rechts der landwirtschaftliche Betrieb. Foto: Steinhagen

Es war alles perfekt geplant: Die Kosten für den Bau eines Markttreffs in Börm waren gesichert, es gab bereits einen Betreiber und einen Standort. Den lehnten die Behörden jetzt jedoch ab. Deshalb prüft die Gemeinde nun neue Möglichkeiten.

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18. Juni 2009, 10:13 Uhr

Börm | Seit mehr als drei Jahren plant die Gemeinde Börm, einen "Markttreff" einzurichten. Jetzt droht dem Vorhaben ein Rückschlag: Die Schleswiger Kreisverwaltung will für den vorgesehenen Standort am Feuerwehrgerätehaus keine Genehmigung erteilen. Die Begründung: Dort könnte es zu streng riechen - denn in der unmittelbaren Nachbarschaft befindet sich ein Milchviehbetrieb.

Sämtliche Immissionsschutzgesetze und Gutachten von Bund und Land lassen für diesen Bauantrag eine Genehmigung nicht zu. Das hat die Kreisverwaltung der Gemeinde Börm jetzt mitgeteilt. Die Gemeindevertreter wurden nun gebeten nachzuprüfen, ob sie den Antrag zurückziehen - oder einen Ablehnungsbescheid erhalten möchten.

Im März 2006 hatte eine Bürgerbefragung eine überwältigende Zustimmung für den Markttreff ergeben. Drei Standorte waren damals in der Auswahl. Die Gemeindevertretung entschied sich für einen Anbau an das Feuerwehrgerätehaus - auch aus Kostengründen. Der Arbeitskreis und die Projektleitung fanden zudem einen Betreiber für den Marktreff.

Die Baukosten wurden auf 495 000 Euro reduziert und einstimmig in den Haushalt 2009 aufgenommen. Vor gut einem Jahr stellte Bürgermeisterin Sigrid Cohrt dann die vorläufigen Bauunterlagen dem Kreis vor. Auch das Bauamt des Amtes Kropp-Stapelholm führte in dieser Angelegenheit mit der Bauaufsichtsbehörde des Kreises Gespräche.

"Bis zum Einreichen des Bauantrages im Oktober wurden weder Zweifel noch konkrete Einwände gegen den vorgesehenen Standort geäußert" erklärte die Bürgermeisterin. Erst Ende Januar habe die Bauaufsicht des Kreises aus immisionssschutzrechtlichen Gründen Bedenken gegen den geplanten Erweiterungsbau wegen des benachbarten landwirtschaftlichen Betriebs angemeldet. Verschiedene Vorschläge, den Bau an diesem Standort doch noch zu realisieren, seien gescheitert. Ein letztes Gespräch beim Landrat Anfang Mai habe zu der Erkenntnis geführt, "dass unser Bauantrag endgültig abgelehnt werden wird", so die Bürgermeisterin.

Die Landwirtschaft hat laut Richtlinien Bestandsschutz und darf hier in seiner betrieblichen Tätigkeit nicht eingeschränkt werden. Das Kurzgutachten über die Geruchsbelästigung ergibt, dass die zulässige Geruchsbelästigung für die Ansiedelung eines Lebensmittel betriebes um 28 Prozent überschritten wird. Diese erhebliche Beeinträchtigung lasse eine Genehmigung nicht zu.

"Die Abstimmung zwischen Kreis und Gemeinde ist unglücklich verlaufen", so der Fachdienstleiter der Bauaufsicht des Kreises, Martin Schaaf. Nun wird in Börm nach alternativen Standorten und Möglichkeiten gesucht, den Markttreff zu verwirklichen. Dazu hat Architekt Udo Redepennig den Vertretern der Gemeinde verschiedene Vorschläge unterbreitet.Am 23. Juni werden die Ergebnisse dem Gemeinderat und dem Arbeitskreis vorgestellt. Am Dienstag, 30. Juni, wird sich die Gemeindevertretung mit diesem Thema befassen.

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