Aus dem Amtsgericht : Zögerliches Geständnis im Falschgeld-Prozess

Einbruchsicher angestrahlt: das Amtsgericht im Lollfuß.
Einbruchsicher angestrahlt: das Amtsgericht im Lollfuß.

Ein 28-jähriger Schleswiger bringt falsche 20-Euro-Scheine in Umlauf – und bekommt eine Bewährungsstrafe.

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10. Juli 2015, 08:04 Uhr

Zum ersten Mal war der 28-jährige Schleswiger aufgefallen, als er vor zwei Jahren im Ela-Ela versuchte, mit einem gefälschten 20-Euro-Schein zu bezahlen. Der junge Mann sagte, er wisse nicht, wie das Falschgeld in sein Portemonnaie gekommen sei. Die Polizei ließ ihn laufen.

Gestern musste er sich doch noch wegen Geldfälschung vor dem Schleswiger Schöffengericht verantworten. Nicht wegen der Sache in der Disco, sondern weil er einige Monate später einem Bekannten gleich 20 gefälschte 20-Euro-Scheine gab – und dafür rund 100 Euro echtes Geld haben wollte. Die Sache flog auf, weil er diese 100 Euro nicht bekam und seinen Bekannten daraufhin massiv bedrohte. Der bekam es mit der Angst zu tun, wandte sich an die Polizei und ist inzwischen selbst zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Er hatte in zwei Friedrichsberger Geschäften mit den Blüten bezahlt.

Zunächst bestritt der Angeklagte alle Vorwürfe. Richter Martin Krauel bot ihm dann einen Deal an: Bei einem Geständnis sollte er höchstens acht Monate auf Bewährung bekommen – und eine Geldbuße ihn Höhe eines Monatsgehalts zahlen.

Danach besprach sich der 28-Jährige kurz mit seinem Anwalt Sönke Husfeld und gab dann gerade so viel zu, wie sich ohnehin nicht leugnen ließ. Er habe seinem Bekannten tatsächlich das Falschgeld gegeben und ihn später bedroht. Woher er selbst das Geld hatte, sagte der Angeklagte nicht. Außerdem beteuerte er, dass er kein weiteres Falschgeld als diese 400 Euro besessen habe. Seinem Bekannten hatte er zwar gesagt, er könne bis zu 20.000 Euro besorgen. Das sei aber „pure Angeberei gewesen“, sagt er nun. Auch wie der falsche Geldschein, mit dem er im Ela-Ela bezahlen wollte, in seine Tasche kam, dafür hatte er noch immer keine Erklärung. Das sei wohl „ein blöder Zufall“ gewesen, meinte er. Unglücklicherweise stehe er seither in der ganzen Stadt im Ruf, mit Falschgeld zu tun zu haben.

Das Gericht wertete das Geständnis strafmildernd – ebenso wie den Umstand, dass der Angeklagte vorher noch nie strafrechtlich in Erscheinung getreten war. Zusätzlich zur Bewährungsstrafe von sechs Monaten muss er nun eine Geldbuße in Höhe von 1200 Euro zahlen – in Monatsraten von jeweils 50 Euro. „Das hat den Vorteil, dass Sie zwei Jahre lang bei jedem Blick auf Ihren Kontoauszug an die Bewährung erinnert werden“, sagte Krauel. Auf weitere Auflagen verzichtete er, weil der junge Mann „beruflich und privat in gefestigten sozialen Umständen lebt“. Er hat ein kleines Kind und arbeitet als Produktionshelfer in einem Lebensmittelbetrieb.

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