Pharrell-Williams-Hit : Ziemlich spät, aber trotzdem happy

Zum großen Finale auf den Königswiesen konnte Tanzlehrerin Elisa Lehrke (vorne rechts) rund 200 Teilnehmer begrüßen.
Zum großen Finale auf den Königswiesen konnte Tanzlehrerin Elisa Lehrke (vorne rechts) rund 200 Teilnehmer begrüßen.

Das Stadtmanagement veröffentlicht ein Tanz-Video im Internet, bei dem Schleswigs Sehenswürdigkeiten im Mittelpunkt stehen sollen.

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12. Juli 2014, 07:21 Uhr

Schleswig | Der Hype ist schon längst vorbei. Und dennoch gibt es immer wieder Schulen, Firmen oder ganze Städte, die Tanz-Videos zum Song „Happy“ von dem amerikanischen Künstler Pharrell Williams drehen und sie anschließend im Internet veröffentlichen. Die Stadt Schleswig hat zum Monatsbeginn nun auch endlich ein offizielles „Happy-Video“ beim Online-Videoportal Youtube publiziert. Stadtmanagerin Monika Siegel ist sich natürlich bewusst, dass man damit vielleicht nicht unbedingt originell wirkt. Dennoch habe man sich speziell für dieses Medium entschieden, um die Stadt und ihre schönsten Ecken dem größtmöglichen Publikum zu präsentieren. Mit Erfolg: Am Freitag hatte das Video schon über 11 300 Klicks erhalten.

„Wir haben uns einfach ein wenig mehr Zeit gelassen“, erklärt Siegel den späten Sprung auf den „Happy-Zug“. Die Idee für das Video sei im April entstanden, als „Happy-Videos“ ihren Zenit bereits ein wenig überschritten hatten. Initiatorin war Lena Hauß, die in der Marketing Abteilung der Schleswiger Volksbank arbeitet. „Einige unserer Genossenschafts-Partner hatten ebenfalls solche Videos gedreht. Als ich dem Stadtmanagement meine Idee mitteilte, hatten sie gerade darüber diskutiert. Das war perfektes Timing“, erzählt die Bankangestellte. Danach begann die Organisation, denn während bei anderen „Happy-Videos“ die Menschen im Vordergrund stehen, „wollten wir vor allem die schönsten Kulissen Schleswigs zeigen“, sagt Siegel. Zusammen mit dem Team Orca Medien, das sich um die technische Umsetzung des Videos kümmerte, einigte man sich auf verschiedene Drehorte und legte schließlich Termine für die Umsetzung fest.

Eine genaue Planung war von Nöten, um die vielen Gruppen zu koordinieren, die Siegel im Laufe des Mai zu einer Teilnahme überzeugen konnte. Allen voran waren der TSV Schleswig mit seinen verschiedenen Tanzgruppen und die Ballettschule unter der Leitung von Ute Haardt dabei. „Von uns waren bestimmt zwölf Gruppen am Start“, sagt sie. Jede einzelne Gruppe habe dabei eine Sequenz von 15 bis 30 Sekunden einstudiert. Die jeweiligen Höhepunkte schafften es dann in den Video-Clip. „Unsere Lehrer haben sich die Choreografien ausgedacht, ich war dann bei den Aufnahmen dabei“, so Haardt.

Ihre Kollegin vom TSV Schleswig, Elisa Lehrke, bekam für die Choreografien ebenfalls Hilfe von ihren sechs Tanzgruppen-Leitern: „Jeder von ihnen hat sich für das Video zwei bis drei Schritte ausgedacht, aber der Takt des Songs ist besonders. Deshalb war es teilweise richtig schwierig“, sagt die Tanzlehrerin.

Dennoch sind am Ende stimmige Bilder entstanden, die unter anderem im Stadthafen, im Rathaus, am Luisenbad und im Barockgarten aufgenommen wurden. „Alle Drehorte waren wirklich toll, aber die Szene im Barockgarten ist mein Favorit“, erklärt Ballettschulleiterin Ute Haardt. Ihre Mitstreiterinnen Siegel, Lehrke und Hausz stimmen ihr zu, weisen aber gleichzeitig daraufhin, dass es in dem Tanzfilm aus ihrer Sicht noch viele weitere tolle Momente zu sehen gibt.

„Die Szene auf der ,Wappen von Schleswig’ etwa ist toll, weil sie spontan entstanden ist“, sagt Lehrke. Dabei habe alles „aus dem Stegreif funktioniert“. Natürlich hätten die Fahrgäste zunächst etwas komisch aus der Wäsche geschaut als man sie fragte, ob sie kurz mal ausgelassen tanzen könnten. „Aber dann waren alle begeistert und sind mit einem breiten Grinsen von Bord gegangen“, erzählt Schiffseignerin Gisela Boyer. Kreativ sein könne man zwar nicht auf Knopfdruck, aber dennoch hätten alle Beteiligten, egal ob auf der „Wappen“ oder anderswo, eine tolle Figur abgegeben, findet auch Tanztrainerin Lehrke.

Auch beim großen Finale des Videos, das auf den Königswiesen gedreht wurde, haben sich die 200 Teilnehmer mächtig ins Zeug gelegt. Und selbst wenn das ehemalighe Gartenschau-Gelände im Hintergrund etwas verlassen aussieht, macht das Video mindestens genauso viel gute Laune, wie andere „Happy-Videos“ auch. Elisa Lehrke bringt es auf den Punkt: „Da ist es auch egal, dass wir spät dran sind.“

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