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Schleswig : Zieht das Theater in die „Heimat“?

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Bauamt wird Varieté-Gebäude auf der Freiheit Ende September besichtigen. Parallel dazu finden Verhandlungen über langfristiges Engagement im Slesvighus statt.

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erstellt am 02.Sep.2015 | 07:41 Uhr

Bis zu zwölf Jahre sollte das Landestheater weiterhin im Slesvighus spielen. Vor den Sommerferien schien schon fast alles festgezurrt. Generalintendant Peter Grisebach sprach schon von Umbauten, die man in dem ehemaligen Hotelsaal nun endlich vornehmen könnte. Doch die Verhandlungen zwischen der Stadt Schleswig und dem Verband der dänischen Minderheit SSF haben noch gar nicht richtig begonnen, da sind innerhalb der Schleswiger Kommunalpolitik immer deutlicher Absetzbewegungen erkennbar.

Die Idee hinter der langfristigen Anmietung des Slesvighus war, ausreichend Zeit für die Suche nach einer neuen dauerhaften Spielstätte zu haben. Im Theaterbeirat, einem halboffiziellen und nicht öffentlich tagenden Gremium mit Vertretern aus Kommunalpolitik und Verwaltung, wurden dabei neben dem alten Theatergrundstück im Lollfuß auch das Hertie-Gebäude sowie eine nicht näher spezifizierte Gewerbe-Immobilie am Stadtrand genannt. Immer mehr in den Blickpunkt rückt aber das ehemalige Unteroffiziersheim auf der Freiheit, in dem seit bald drei Jahren das Varietétheater „Heimat“ zu Hause ist.

Doch dort drängt die Zeit offenbar. Gebäudeeigentümer ist die Entwicklungsgesellschaft Team Vivendi, und deren Geschäftsführer Volker Schlüschen hatte vor den Sommerferien angekündigt, die „Heimat“ bis zum Ende des kommenden Jahres schließen zu müssen, weil sie sich nicht mehr finanzieren lasse – es sei denn, ab 2017 nutzt auch das Landestheater den Saal als Spielstätte.

Alle Fraktionsvorsitzenden aus der Ratsversammlung können sich eine solche Lösung vorstellen – wenn auch mit unterschiedlicher Begeisterung. „Wir erwarten, dass dieser Vorschlag, den wir bereits vor längerer Zeit unterbreitet haben, ernsthaft durch die Verwaltung geprüft wird“, sagt Stephan Dose (SPD). Holger Ley (CDU), der ebenso wie Johannes Thaysen von den Grünen nach wie vor mit einer Stadthalle im Lollfuß liebäugelt, hofft in Sachen „Heimat“ auf eine Entscheidung noch in diesem Herbst. Ein solcher Zeitrahmen wäre nach Auskunft von Rathaus-Sprecherin Antje Wendt allerdings sehr eng gestrickt. Erst Ende September wird das städtische Bauamt das „Heimat“-Gebäude besichtigen und sich einen ersten Eindruck vom baulichen Zustand verschaffen.

Otmar Petersen (SSW) erinnert an das schwierige Verhältnis zwischen Schlüschen und der Stadt, während sich der SSF bisher als „verlässlicher Partner“ gezeigt habe. Für ihn wäre auch die „Heimat“ eher eine Übergangslösung. Anders als Vertreter anderer Fraktionen kann sich Petersen nicht vorstellen, dass die Stadt das Gebäude auf der Freiheit kauft.

Ob es für eine solche Investition Zuschüsse vom Land geben könnte, ist völlig unklar. Stadtsprecherin Wendt verweist lediglich auf eine Äußerung von Kulturministerin Anke Spoorendonk (SSW), dass sich „Fördermittel für Um- und Ausbauten beim Slesvighus, die für eine längerfristige Nutzung als feste Theaterspielstätte erforderlich sind, abzeichnen könnten“. Dazu liegen aber keine konkreten Zusagen vor.

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