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Kropper Schützengilde : Zäher Kampf um die Königswürde

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Matthias Danisch ist erst nach fast 1000 Schuss neue Majestät der Kropper Schützengilde.

Der Holzvogel der Kropper Schützengilde erwies sich als zäh: Erst nach mehr als neun Stunden fiel am Sonnabend um 18.15 Uhr der viel bejubelte finale 975. Schuss. Schütze war Matthias Danisch, der damit die Königswürde von Adolf Deeke übernahm. Gemeinsam mit Dirk Baumann, Günther Markert sowie Horst Krüger, dem   Vorsitzenden der 180 Jahre alten Gilde, hatte er sich einen schweißtreibenden Wettkampf um die Königswürde geliefert – der erst nach 225 Schüssen beendet war.

Schon das Abschießen des ersten Preises, einer Zitrone, durch Michael Erichsen hatte eine Dreiviertelstunde gedauert. „Wir haben einen neuen Vogelbauer“, erklärte Horst Krüger dazu. Dieser habe den Vogel stabil gebaut, meinte er, „sehr stabil“. Die Schützen schossen mit einem Gewehr, das sich in einem Gestell befand, damit „wir nur auf den 25 Meter entfernten Vogel und nicht bis nach Jagel schießen“, so der Vorsitzende. Bei bestem Sommerwetter zogen die 45 Schützenbrüder, die sich am Wettkampf beteiligten, ihre Runden zwischen Schieß- und Getränkestand.

„Ich bin Kapitän!“, rief Hans-Jürgen Ewald um 16.28 Uhr, nachdem er den Vogelkopf abgeschossen hatte. Die weiteren Preise gingen an Axel Knutzen (Kreuz), Horst Hermann Ehlers (Fahne), Klaus-Jürgen Reimer (Schwert), Jürgen Koll (Zepter), Heiko Schlehahn (Krone), Jürgen Thomsen (Schwanz), Karsten Petersen (linke Klaue), Marc Lachmann (rechte Klaue), Johannes Schwitzer (linker Flügel) und Thies Peters (rechter Flügel).

Zu den 75 Gildemitgliedern – die Zahl sei, so Krüger, seit Jahren konstant – zählten Arbeiter, Angestellte, Landwirte, selbständige Kaufmänner. „Alle sind vertreten.“ Wer neu eintreten möchte, dem wird im ersten Jahr der Mitgliedsbeitrag von 75 Euro erlassen. Zwar ist es eine reine Männergilde, dennoch gibt es gleich zwei Königinnen: Zum einen Sandra Danisch, die Ehefrau des Schützenkönigs, und zum anderen Gretchen Friedrichsen, die zwei Tage zuvor beim Laserschießen, Knobeln und Klappspiel mit 198 Punkten Damenkönigin wurde. Den ersten Preis der Frauen holte sich mit 195 Punkten Steffi Gratopp, auf den weiteren Plätzen folgten Annelene Koll, Gudrun Brodersen, Ursula Bruhn, Julia Petersen und Inge Timm. Der Trostpreis ging an Anne Straßenburg.

Am kommenden Sonnabend findet um 18 Uhr das Antreten vor dem Gildehaus (Gasthof Bandholz) mit anschließendem Umzug statt. Dann wird das Soundorchester aus Owschlag wieder dabei sein, das auch beim Schießen für Unterhaltung sorgte. Um 19 Uhr folgt die Vorstellung des neuen Königs vor dem Rathaus, anschließend findet der Festball statt. Am Freitag, 17. Juni, wird um 18 Uhr der Gildebaum abgenommen.

Das Gewehr wird dann bis zum nächsten Jahr weggeschlossen. „Wir sind eine Schützengilde, kein Schießverein“, betonte der Vorsitzende Horst Krüger. Im kommenden Jahr solle das Gildeschießen wieder unter „normalen“ Bedingungen stattfinden – mit einem etwas weniger stabilen Vogel.

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erstellt am 06.Jun.2016 | 12:08 Uhr

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