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Japanerin auf der Geest : Yuki staunt über den Sternenhimmel

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die 17-jährige Austauschschülerin Yuki Tsubone aus Japan kommt aus einer japanischen Millionenstadt und verbringt nun ein Jahr bei Familie Bohn in Wohlde. Sie schwärmt für Fußball und kickt in ihrer Freizeit beim FC Geest 09 Fußball.

„Is“ – das ist nicht nur Yuki Tsubones Lieblingswort, sondern auch ihr Lieblingsessen. Den plattdeutschen Begriff für „Eis“ sagt sie nämlich ziemlich oft. Die 17-jährige Japanerin lebt seit gut fünf Monaten bei der Familie Bohn auf einem Bauernhof in Wohlde. Von der 1,5-Millionen-Stadt Fukuoka im Süden Japans kam sie im August in den kleinen Ort in Schleswig-Holstein. Bis Mitte Juli wird sie bei ihrer neuen Familie wohnen und in Friedrichstadt auf die Eider-Treene-Schule gehen. In dieser Zeit möchte sie nicht nur etwas über die deutsche Kultur erfahren, sondern auch die Sprache lernen.

Über den Verein „Youth For Understanding Komitee“ (YFU) ist der Kontakt zu den Bohns zustande gekommen. Da Sohn Kilian ein Austauschjahr in den USA verbringt, wollte die Familie auch gern jemanden aufnehmen. Und so kam Yuki in das kleine Wohlde. Dort hat sie sich schnell eingelebt und fühlt sich bei „Mama“, „Papa“ und den beiden Söhnen Morten und Tarek pudelwohl. Auch mit der Verständigung klappt es gut. Bevor Yuki nach Deutschland reiste, hatte sie fast keinen Kontakt mit der Sprache. Nach ihrer Ankunft besuchte sie einen Orientierungs- und Sprachkurs und wurde dann sprichwörtlich ins kalte Wasser geworfen. Die Bohns sprechen nämlich zu Hause nur Plattdeutsch, was für Yuki irgendwie Italienisch klingt.

In Friedrichstadt geht sie in die zehnte Klasse, für den Deutschunterricht wechselt sie in die unteren Jahrgänge. Wie ihre Mitschüler belegt sie alle Fächer, die für die zehnte Klasse vorgesehen sind. Und das mit Erfolg. In einer Mathearbeit bekam sie eine „Zwei plus“ – doch so ganz zufrieden war sie damit nicht. „Ich muss mehr lernen“, sagt die bescheidene 17-Jährige und lächelt. In ihrer Freizeit geht sie oft Joggen, lernt Deutsch und spielt beim FC Geest 09 Fußball.

Die deutsche Bundesliga interessiert sie sehr, vor allem der FC Bayern München. „Ich möchte im nächsten Jahr unbedingt nach München fahren und ein Trikot von Toni Kroos kaufen“, erzählt sie aufgeregt. Doch nicht nur Toni Kroos, auch die japanischen Spieler der Liga findet sie toll, besonders Takashi Inui (Eintracht Frankfurt) und Atsuto Uchida (FC Schalke 04).

Mit ihren Mannschafts- und Schulkameraden unternimmt Yuki regelmäßig etwas. Die Mädchen gehen zusammen in die Disco oder feiern Geburtstag. Ihre freie Zeit genießt die Japanerin, denn in ihrer Heimat hat sie bis 17.30 Uhr Unterricht. Danach hilft sie meist im Restaurant ihrer Eltern mit. Mehr als drei bis vier Stunden Schlaf bleiben ihr dann nicht. Tagsüber ist sie deswegen oft müde und manchmal fallen ihr sogar in der Schule die Augen zu.

Mit ihren Eltern und den beiden Brüdern ist die Schülerin regelmäßig über Skype und per E-Mail in Kontakt. Heimweh hat sie nicht, denn mit ihrer deutschen Familie hat die Japanerin viel Spaß. Sie lachen viel und Yuki erzählt ihnen oft von Zuhause. Ingrid Bohn ist froh darüber, dass die 17-Jährige bei ihnen wohnt. „Sie sucht immer den Kontakt zu uns und abends sieht sie mit uns fern.“ Außerdem sei sie vom Himmel fasziniert und bewundere oft die Sterne. „So viele Sterne sehe ich in Japan nie“, schwärmt die Gastschülerin.

Wenn es am 11. Juli wieder zurück nach Fukuoka geht, steht bei Yuki Stress an, denn sie muss sich auf ihren Abschluss vorbereiten. Nach der Schule möchte sie Flugbegleiterin bei der Lufthansa werden. Auch eine Rückkehr nach Deutschland hat sie eingeplant. „Es wäre toll, wenn ich hier studieren könnte“, sagt sie. „Am liebsten in Hamburg, dann könnte ich auch Mama und Papa wiedersehen.“

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erstellt am 03.Jan.2014 | 15:00 Uhr

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