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Drama in Lottorf : Wurde Bulldogge „Lütti“ mit einem Giftköder gefüttert?

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Tierärztin rettet Bulldogge „Lütti“ das Leben. Jetzt fragen sich die Halter, woher das gefährliche Kumarin im Blut ihres Hundes kam.

Lottorf | Bis Mittwochfrüh, als seine Herrchen zur Arbeit fuhren, war für Familienhund „Lütti“ im heimischen Garten in Lottorf (Kreis Schleswig-Flensburg) die Welt noch in Ordnung. Wenige Stunden später allerdings, nach ihrer Rückkehr, fanden seine Halter den zweijährigen Rüden in einer großen Blutlache liegend auf dem Grundstück des Einfamilienhauses vor, das von einem Metallzaun umgeben ist. Putzmunter bewegte sich daneben Beagle-Dame „Sammy“. Die ehemalige „Ausreißer-Königin“ war unversehrt. Einen Meter vor dem Zaun wird sie per Induktionshalsband mit einem elektrischen Signal an ihre Grenzen erinnert.

Vor einigen Jahren war es in der Gemeinde Lottorf schon einmal zu einer Häufung von Vergiftungen von Hunden und Katzen gekommen. Aber: „Wir haben lange nichts mehr gehabt“, sagt Polizeihauptkommissar Dirk Peters, und auch Florian Kendler, Leiter des Ordnungsamtes im Amt Haddeby, vermeldet derzeit keinen Vergiftungsfall in Amtsbereich.

„Lütti“ dagegen hat freien Auslauf bis zum Zaun. Der Hund erbrach große Mengen Blut, ebenso war der Kot mit Blut versetzt. Sein körperlich geschwächter Zustand offenbarte eine akute Vergiftung.

Hundehalter Ralf Siebert und Sohn Lasse brachten ihren Hund schnellstmöglich zu Tierärztin Kerstin Genz nach Kropp. Sie fand das Tier in einem akut lebensbedrohlichen Zustand vor, der eine Kumarin-Vergiftung vermuten ließ. Auch in der Tierarztpraxis erbrach „Lütti“ mehrfach größere Mengen Blut. Sein Zustand verschlechterte sich zusehends. Es musste schnell gehandelt werden.

Die hochdosierte Injektion von Vitamin-K, das Gegenmittel von Kumarin, direkt in die Vene des Hundes rettete der „Shar Pei Old-Englisch-Bulldogge“ schließlich das Leben. „Der Zustand war sehr erschreckend. Glücklicherweise hat der Hund schnell auf das Gegengift reagiert“, sagt Kerstin Genz und Ralf Siebert ergänzt erleichtert: „Das war höchste Eisenbahn.“

Die Behandlung von Tieren mit Vergiftungserscheinungen sei in der Tierarztpraxis keine Seltenheit. Die Tendenz sei sogar zunehmend. „Das ist eine Sache, die öfter vorkommt, und meist unbeabsichtigt geschieht“, berichtet Genz. Drei vergiftete Katzen und einen Hund zählte die Praxis allein in diesem Monat.

Glücklicherweise geht es „Lütti“ mittlerweile besser, ein paar weitere Tage aber wird er das Vitamin-K-Präparat noch einnehmen müssen. Trotzdem ist die Stimmung bei Familie Siebert, insbesondere bei Sohn Lasse und Enkelin Fiona (5), getrübt. Sie machen sich Sorgen um die Sicherheit der Tiere und Kinder in ihrer Gemeinde – und sie wollen die Bewohner auf die mögliche Gefahr aufmerksam machen.

Denn es bleibt die Frage, wie der Hund, der sich den ganzen Tag auf dem Grundstück der Familie aufhielt, an das Rattengift gelangte. Familie Siebert selbst besitzt keines und mag nicht ausschließen, dass ihr Hund am Zaun gezielt mit einem Giftköder gefüttert worden ist. „Die Symptome sprechen für eine Vergiftung mit Rattengift. Der Verdacht liegt nahe“, sagt Ralf Siebert. Sein Sohn hat bei der Schleswiger Polizeistation Anzeige erstattet.

Die Veterinärin erlaubt sich kein Urteil darüber, wie „Lütti“ sich vergiftet hat, weiß aber, dass Tiere häufig durch das Fressen von Mäusen oder Ratten, die das Gift in sich tragen, Kumarin zu sich nehmen. „Wenn man die Tiere aber rechtzeitig behandelt, dann ist die Prognose sehr gut“, so Grenz.

Im Fall von „Lütti“ vermutet die Tierärztin zudem, dass der Hund eine hohe Giftdosis zu sich genommen haben muss, denn entsprechend hoch sei auch die Menge des benötigten Gegengifts ausgefallen.

Hinweise nimmt die Polizei in Busdorf unter Telefon 04621/32953 entgegen.

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