Gewoba Nord : Wohnungsbauer auf Wachstumskurs

Die Vorstände Dietmar Jonscher (li.) und Steffan Liebscher vor der Gewoba-Zentrale in der Moltkestraße. Im Hintergrund ist das Kreiswehrersatzamt zu sehen, das die Baugenossenschaft vor kurzem vom Bund gekauft hat.
Die Vorstände Dietmar Jonscher (li.) und Steffan Liebscher vor der Gewoba-Zentrale in der Moltkestraße. Im Hintergrund ist das Kreiswehrersatzamt zu sehen, das die Baugenossenschaft vor kurzem vom Bund gekauft hat.

Die Gewoba Nord investiert in diverse Großprojekte. Der Vorstand kritisiert aber fehlendes Stadtentwicklungskonzept in Schleswig.

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19. Juni 2014, 12:42 Uhr

Für Vorstandsmitglied Dietmar Jonscher sind das „gigantische Zahlen“: 60 Millionen Euro investiert die Gewoba Nord in aktuelle Bauvorhaben. Hinzu kommen Planungen für Projekte, in die ab 2015 fast 100 Millionen Euro gesteckt werden sollen. Es handelt sich zweifelsohne um ambitionierte Vorhaben, die Jonscher und das zweite Vorstandsmitglied Steffan Liebscher gestern bei der Bilanzpressekonferenz in der Gewoba-Zentrale an der Moltkestraße präsentierten. „Das niedrige Zinsniveau und die Baupreise veranlassen uns, jetzt etwas zu tun“, erläuterte Liebscher den Wachstumskurs, den die Wohnungsbaugenossenschaft eingeschlagen hat.

Den Konsolidierungspfad mit Immobilienverkäufen und Stellenstreichungen habe die Gewoba hinter sich lassen können. Die Bilanzsumme für das Jahr 2013 stieg von 214 Millionen auf 246 Millionen Euro – ein Plus von 15,3 Prozent. Das Jahresergebnis weist einen Gewinn von 3,8 Millionen Euro aus.

Geld für Investitionen sammelt die Gewoba bei ihren Mitgliedern ein. Seit drei Jahren verkauft die Genossenschaft Spar-Produkte. Die Einlagen belaufen sich aktuell auf 74,5 Millionen Euro.

Potenzial sieht die Gewoba vor allem in Kiel, wo sie derzeit 213 Wohnungen baut. Mit weiteren Projekten will sich die Genossenschaft in der Landeshauptstadt in den kommenden Jahren noch mehr ausbreiten. Kiel sei ein lukrativer Markt, sagte Jonscher. Auch deshalb, weil es dort kein kommunales Wohnungsbauunternehmen mehr gebe.

Aber auch andere Standorte im nördlichen Schleswig-Holstein hat die Gewoba bei Neubauten und Modernisierungen fest im Blick, etwa Husum, Niebüll oder Flensburg. Und Schleswig? Die Schleistadt sei ein schwieriger Standort mit überdurchschnittlich vielen Leerständen in Gewoba-Wohnungen, betonen die beiden Vorstände. Jonscher: „Es fehlt ein Stadtentwicklungskonzept, vor allem in Schleswig-Süd.“ Der neue Bürgermeister habe das Problem aber erkannt, setzen er und Liebscher große Hoffnungen in Arthur Christiansen.

Dennoch ist die Gewoba Nord am heimischen Standort keineswegs inaktiv. Im August soll der Bau von vier Mehrfamilienhäusern in der Königsberger Straße abgeschlossen werden. Und erst vor wenigen Wochen gab die Genossenschaft den Kauf des ehemaligen Kreiswehrersatzamtes in unmittelbarer Nachbarschaft der Unternehmenszentrale bekannt (wir berichteten). Dort sollen sowohl Wohnungen entstehen, als auch Gewerbe angesiedelt werden. Es gebe bereits einige Anfragen, berichtete Jonscher. Und auch an der Nachnutzung des ebenfalls benachbarten Krankenhauses habe man weiter Interesse, bekräftigte er. Von einer möglichen Investition in das Hertie-Haus habe man hingegen Abstand genommen. Der Eigentümer habe „exorbitante Preisvorstellungen“, sagte Jonscher.

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