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Schleswiger Nachrichten

26. September 2017 | 20:28 Uhr

Schleswig : Wohnmobil-Boom am Stadthafen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Stellplätze am Ufer der Schlei werden bei Touristen immer beliebter: Bereits jetzt fast 600 Übernachtungen mehr als im Vorjahr.

von
erstellt am 25.Apr.2014 | 07:19 Uhr

Die kritischen Stimmen sind schon lange verstummt. Als die Stadtwerke Ende 2012 das zuvor seit Jahren brach gelegene Areal zwischen Stadthafen und Königswiesen der Unternehmerin Sybille Schmid-Sindram abkauften, um dort einen festen Wohnmobilstellplatz einzurichten, sprachen nicht wenige Schleswiger von Verschwendung. Schließlich handelt es sich um eines der attraktivsten Grundstücke der Stadt. Inzwischen aber hat sich gezeigt, „dass man bei diesem Plan genau den richtigen Riecher hatte“, wie Bürgermeister Arthur Christiansen betont. Schließlich hat sich der Stellplatz längst zu einem der beliebtesten in ganz Norddeutschland entwickelt – und zieht immer mehr Touristen in die Stadt.

Seit Anfang des Jahres haben die Stadtwerke, finanziell unterstützt von der Aktivregion Schlei-Ostsee, nun noch einmal rund 450 000 Euro in die Aufwertung des Areals investiert. Neben einer neuen Pflasterung und Zufahrt gibt es jetzt unter anderem für jeden der insgesamt 45 Stellplätze eigene Strom- und Wassersäulen. „Und spätestens, wenn Ende Mai die neuen Sanitäranlagen mit insgesamt acht modernen Familienbadezimmern fertig gestellt sind, haben wir hier einen der innovativsten Wohnmobilstellplätze Norddeutschlands“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Wolfgang Schoofs.

Ingelore und Peter Kruse sind auch jetzt schon voll des Lobes. Zum dritten Mal ist das Ehepaar aus Dithmarschen inzwischen mit seinem Wohnmobil zu Gast in Schleswig, anfangs noch auf dem alten Gelände neben dem Hafenspeicher. „Es hat uns schon früher gefallen. Aber jetzt ist es ein Traum hier. Wir kennen viele Stellplätze in ganz Deutschland. So etwas wie hier findet man selten“, sagt Peter Kruse, der in diesem Zusammenhang vom „tollen Service“ und dem „schönen Ambiente mitten in der Stadt“ schwärmt. Das wiederum betonen auch Odd Dahl und seine Frau Jurynn, die sich zurzeit einen der begehrten Stellplätze mit freiem Blick auf die Schlei gesichert haben. Die Norweger aus Kristiansand gehören zu den auffallend vielen Gästen aus Skandinavien, die den Stadthafen regelmäßig ansteuern. Die beiden sind nun schon zum fünften Mal in Schleswig zu Gast – und wollen schon im Sommer wiederkommen. „Dies ist ein schöner Platz in einer schönen Stadt“, sagen sie und sprechen damit auch Richard Rabald aus der Seele. Der Straubinger, der über einen Tipp in einem Stellplatzführer auf Schleswig aufmerksam wurde, fuhr gestern erstmals mit seinem Mobil am Stadthafen vor – und war gleich begeistert. Die zentrale Lage und den guten Zustand der Anlage schätzen offenbar immer mehr Wohnmobilsten. Allein der Anstieg an Übernachtungen in diesem Frühjahr im Vergleich zum Vorjahr ist immens: Waren es 2013 vom Saisonstart am 1. März bis 24. April noch 960, wurden in diesem Jahr im selben Zeitraum bereits 1530 gezählt. Schon vor Eröffnung des umgestalteten Stellplatzes hatte Schoofs selbstbewusst angekündigt, die Marke von 10 000 Übernachtungen in diesem Jahr erstmals zu knacken (2013 waren es insgesamt rund 9200). Angesichts des starken Saisonstarts, zu dem sicherlich auch das gute Wetter einen Teil beigetragen hat, sollte diese Zahl locker überschritten werden.

Bürgermeister Arthur Christiansen registriert diese Entwicklung mit großer Freude. „Was da am Stadthafen passiert, ist eine Erfolgsstory, von der ganz Schleswig profitiert“, sagt er mit Blick auf die Wohmobilisten, die – als sogenannte Best-Ager – auch viel Geld in den Geschäften und Restaurants in der Stadt ausgeben. Das wiederum sei aber auch eindeutig der zentralen Lage geschuldet, wie auch Stadtmanagerin Monika Siegel betont: „Ein toller Platz mitten in Schleswig inklusive Schleiblick: Das lockt automatisch Gäste an, und zwar zahlungskräftige.“

Für Andrea Simons, Marketing-Leiterin der Ostseefjord Schlei GmbH, ist nicht nur die Aufwertung des Wohnmobilstellplatzes, sondern die Weiterentwicklung des gesamten Stadthafens mit neuen Cafés und Läden „für Schleswig eine tolle Geschichte“. Es habe sich unter Urlaubern herumgesprochen, was dort, am Ufer der Schlei, passiere. Das ist auch daran abzulesen, dass in diesem Frühjahr bereits 65 Gastsegler im Hafen festgemacht haben. 2013 waren es bis zum 24. April – wenn auch bei schlechterem Wetter – gerade einmal elf.

 

 

 

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