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Stadtmuseum Schleswig : Wo Spinnen die Heuschrecken bei lebendigem Leibe verzehren

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Noch bis März zeigt das Stadtmuseum lebende Spinnen aus aller Welt in 40 Terrarien. Am Sonntag war öffentliche Fütterung.

Eine besondere Ausstellung bietet das Stadtmuseum bis Mitte März zum Thema „Faszination Spinnen“ an. Dazu gab es gestern ein Highlight: Einmal im Monat – öfter ist es nicht nötig – werden die Spinnen gefüttert – und die Schleswiger durften dabei sein. Szymon Przebinda war zu diesem Anlass extra in der Nacht noch aus Frankfurt angereist und hatte Heuschrecken und Grillen im Gepäck. „Eigentlich können Spinnen sogar Monate oder auch jahrelang ohne Futter überleben“, erklärt der gebürtige Pole, der schon viele Spinnen-Ausstellungen in Deutschland betreut hat und begeistert ist von den Tieren. Ab Mitte Januar ist Przebinda, der sehr gut deutsch spricht und viele spannende Geschichten über Spinnen kennt, dauerhaft in Schleswig und wird regelmäßig für Führungen zur Verfügung stehen. Wer bislang diesen Tieren skeptisch gegenübersteht, kann die Gelegenheit nutzen, um eventuell unbegründete Ängste abzulegen. In Anwesenheit der Aussteller kann man so Spinnen auf die Hand nehmen und füttern. Auch einige Angestellte des Museums haben dies getan und sind ein wenig stolz darauf.

„Mama und Papa wollten nicht mit“, erzählte die dreijährige Carolina Sälhoff aus Schleswig, während sie fasziniert vor jedem einzelnen Spinnenterrarium stehen blieb. Begleitet wurde sie von Marc Wagner, der schmunzelnd verriet, dass die Eltern die Leidenschaft der kleinen Tochter nicht so sehr teilen. Das könnte sich ändern, wenn Carolina mit leuchtenden Augen erzählen wird, wie wertvoll die gesponnene Seide der Spinnen ist und warum die weiblichen Spinnen erheblich älter werden als die männlichen.

Mit geschultem Blick entdeckte Przebinda während der Fütterung einige Exemplare, deren Häutung unmittelbar bevorsteht. Dies passiert nur einmal im Jahr und kann nun sogar in Schleswig miterlebt werden. Nicht in jedem Glaskasten findet sich auf den ersten Blick ein achtbeiniger Bewohner, was zu einem leichten Unbehagen führen kann, doch Przebinda kann beruhigen: „Bisher haben wir immer alle Spinnen vollständig wieder mit nach Hause genommen.“

Noch an drei weiteren Sonntagen besteht die Möglichkeit, die Fütterung der Spinnen zu beobachten: am 15. Januar, 19. Februar und 19. März jeweils um 15 Uhr.

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