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Schleswig : Wo junge Flüchtlinge Anschluss finden

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Schleswiger Jugendkonferenz veranstaltet am Freitag ein Café, in dem sich junge Flüchtlinge und einheimische Jugendliche besser kennen lernen können.

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erstellt am 20.Jan.2016 | 16:43 Uhr

Seit dem vergangenen Sommer hat Schleswig eine Jugendkonferenz. In ihr sitzen 23 junge Mitglieder aus den unterschiedlichsten Vereinen und Institutionen in der Stadt. Die Konferenz hat die Aufgabe, im Rathaus die Interessen der jungen Generation zu vertreten.

Die Mitglieder hatten sich aber von Anfang an auch vorgenommen, selbst Veranstaltungen zu organisieren. Diesen Plan setzen sie nun in die Tat um. An diesem Freitag, 22. Januar, lädt die Jugendkonferenz ein zu einem Begegnungscafé. Zwischen 15 und 18 Uhr können sich junge Flüchtlinge und einheimische Jugendliche im Jugendzentrum an der Wiesenstraße ganz zwanglos kennen lernen. Dafür steht dann das ganze Gebäude mit unterschiedlichsten Angeboten zur Verfügung.

„Die Situation der jungen Flüchtlinge war für uns von Anfang an eines der wichtigsten Themen“, sagt Kristin Albrecht. Die Domschülerin ist Sprecherin der Jugendkonferenz. Der 21-jährige Hanif Nijasi war sofort angetan von der Idee, zu einem Begegnungscafé einzuladen. Er kam selbst vor fünf Jahren aus Afghanistan nach Deutschland. Jetzt ist er als Vertreter des Jugendmigrationsdienstes Mitglied der Jugendkonferenz. Die Flüchtlingswelle der vergangenen Monate hat ihn auch an seine eigene Geschichte erinnert. „Ich bin über dieselbe Route über die Türkei, Griechenland und den Balkan geflohen, über die jetzt alle reden“, erzählt er in fließendem Deutsch. Schon kurz nach seiner Ankunft konnte er an einem Sprachkurs teilnehmen. „Das ist heute anders“, weiß er und berichtet von einem Gespräch mit einem jungen Landsmann, der seit drei Monaten in Schleswig ist und noch immer darauf wartet, endlich mit dem Deutschunterricht beginnen zu dürfen.

Junge Flüchtlinge hätten kaum die Chance, mit gleichaltrigen Einheimischen in Kontakt zu kommen, sagt Hanif Nijasi. „Sie haben zwar Lotsen, aber das sind ja meistens ältere Erwachsene.“ Deshalb hofft er, dass möglichst viele Schleswiger Jugendliche zum Begegnungscafé kommen. Kristin Albrecht ist da zuversichtlich: „Aus der Jugendkonferenz werden fast alle Mitglieder da sein, das sind schon mal mehr als 20 Leute, und die meisten kommen aus Sportvereinen und aus anderen Gruppen, die für die Flüchtlinge interessant sind.“ Außerdem wurden an den Schulen Handzettel verteilt. Wenn das Café ein Erfolg wird, können die Initiatoren sich vorstellen, daraus eine regelmäßige Einrichtung zu machen.

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