Mühle auf der Schleswiger Freiheit : Wo ist das Schilf?

Steiniger Strand: Hier soll sich das Schilf von selbst wieder ansiedeln.
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Steiniger Strand: Hier soll sich das Schilf von selbst wieder ansiedeln.

Vor einem Jahr verschwand der Schilfgürtel vor der Mühle „Nicola“ – seither ermittelt die Naturschutzbehörde. Der Grundstückseigentümer möchte nicht auf die Frage antworten, ob er etwas mit dem illegalen Kahlschlag zu tun hat.

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26. Juni 2014, 19:30 Uhr

Es war früh am Morgen vor fast genau einem Jahr, als die Holmer Fischer auf dem Weg zu ihren Fangplätzen bemerkten, dass am Ufer der Freiheit etwas nicht stimmte: Auf einem 200 Meter langen Streifen war der Schilfgürtel verschwunden, und zwar genau vor dem Grundstück, auf dem der Unternehmer Arnd Jansohn gerade begonnen hatte, seine historische Windmühle „Nicola“ zu bauen. Die Untere Naturschutzbehörde in der Kreisverwaltung war schnell verständigt und leitete ein Verfahren gegen Jahnsohn ein – auch wenn dieser sich bis heute nicht zu der Frage äußern mag, ob er selbst es war, der den Kahlschlag damals veranlasst hatte.

Klar ist: Der Schilfgürtel soll nachwachsen. „Wir wollen abwarten, ob sich der Röhricht am Ufer von selbst wieder ansiedelt“, erklärt Bettina Koch von der Kreisverwaltung. Genau das geschehe nun auch, sagt Jansohn. „Die ersten Halme sind schon zu sehen“, sagt er. Tatsächlichen sprießen etwas abseits der Mühle solche Halme. Innerhalb des von einem Bauzaun umschlossenen Grundstücks waren sie bis gestern nicht zu erkennen. Segler hatten von der Schlei aus den Eindruck, dort sei ein Strand angelegt und mit Steinen eingefasst worden. „Man kann diesen Eindruck in der Tat gewinnen“, meint Bettina Koch.

Im vergangenen Sommer hatte die Kreisverwaltung noch angekündigt zu prüfen, ob sie die Beseitigung des Schilfgürtels nachträglich genehmigen könnte. Inzwischen ist klar: Das geht nicht. Was dort geschah, war illegal. Der Verursacher müsse auf jeden Fall mit einer Strafe rechnen. Sollte das Schilf nicht von selbst nachwachsen, muss neues angepflanzt werden. Zunächst wäre das Aufgabe des Verursachers. Wenn er es nicht macht, könnte die Naturschutzbehörde es auch selbst in Auftrag geben.

Der Schilfgürtel gilt als schützenswertes Biotop. Er bietet an Land Lebensraum für Brutvögel und ist unter Wasser Laichgrund für Fische. Schilf darf nur unter strengen Voraussetzungen entfernt werden. Bettina Koch: „Wir haben zum Beispiel genehmigt, Schilf aus dem Gottorfer Burggraben zu entnehmen und ihn als Maßnahme gegen Erosion an der Möweninsel anzupflanzen.“

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