Wisentpark Kropp : Wo Fledermäuse gut schlafen

Hildegard Widowski zeigt einen Bunker, in dem zahlreiche Fledermäuse überwintern.
Foto:
1 von 2
Hildegard Widowski zeigt einen Bunker, in dem zahlreiche Fledermäuse überwintern.

3290 Tiere überwintern in diesem Jahr in den Bunkern des Kropper Wisentparks.

shz.de von
07. Februar 2018, 12:00 Uhr

Feucht, mit Spalten zum Verstecken und ruhig muss das perfekte Winterquartier für Fledermäuse sein. Genau das sind die 51 Bunker vom Kropper Wisentpark. Seit der ersten Zählung 1999 steigt die Zahl der Überwinterungsgäste stetig an. Waren es 1999 noch 21 Fledermäuse, sind es inzwischen 3290 – 480 mehr als 2017. „Die Zahlen sind super klasse“, freut sich die Leiterin des Wisentgeheges, Hildegard Widowski, über diese Entwicklung.

Dafür wurde in den vergangenen Jahren viel getan. Während die elf Tiefbunker durch die Lage unter der Erde feucht genug sind, waren die 40 Hochbunker zu trocken. Fledermäuse bräuchten Feuchtigkeit, „damit ihre Flughäute nicht austrocknen“, erklärt Widowski. Gemeinsam mit der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises wurden die Luftschächte der Bunker geschlossen und Einlauftrichter für Regenwasser gebaut. Die Maßnahmen zeigen Wirkung: Gegenüber 772 Tieren im Vorjahr wurden in den Hochbunkern jetzt 1015 gezählt.

Woher die zugezogenen Gäste kommen, wisse man nicht, so Hildegard Widowski. Umliegende Überwinterungsquartiere wie in Schleswig hätten keine Verluste verzeichnet. Inzwischen habe sich das Kropper Quartier etabliert und „Mütter kommen mit ihren Nachkommen zurück“, sagt sie. Dazu vermutet sie quasi eine „Mund-zu-Mund-Propaganda“ unter den Tieren, die im Spätsommer mit Erkundungsflügen auf Quartiersuche gehen.

Die meisten Kropper Fledermäuse verbringen ihren Winterschlaf in extra für sie gebauten Steinverstecken, seltener hängen sie an Wänden und Decke. Zwischen Oktober und März fahren sie ihren Stoffwechsel und Herzschlag komplett herunter. Werden die Tiere jetzt gestört, kann dies tödliche Folgen haben: Beim Aufwachen verbrauchen sie viel Energie – passiert dies mitten im Winter, halten sie meist nicht bis zum Frühjahr durch. Daher dürfen die Quartiere im Wisentpark in dieser Zeit nicht besucht werden.

Nur für eine Zählung werden die Bunker kurz geöffnet. Und die hat Folgendes ergeben: Acht Arten überwintern in Kropp: 2452 Wasser-, 616 Fransenfledermäuse, das Braune Langohr mit 121 Exemplaren. Hinzu kommen 66 Zwerg-, neun Teich-, je zwei Bart- und Breitflügelfledermäuse und seit zwei Jahren ein Großes Mausohr. „Da war der Jubel groß“, erinnert sich die Park-Leiterin, denn Schleswig-Holstein ist das nördlichste Verbreitungsgebiet dieser Art.

Im Sommer sind weniger Fledermäuse und ganz andere Arten im Wisentpark zu finden, der mit seinem Waldbestand kein optimales Revier ist. „Es überwiegen Rauhautfledermäuse“, so Widowski. In dieser Zeit stehen die Winterquartiere auch dank neuer Türen für Besichtigungen offen.

zur Startseite

Kommentare

Leserkommentare anzeigen