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Landtagswahlen 2016 : Wirbel um Wahlparty: AfD will in Eggebek feiern

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der AfD-Kreisverband will die Landtagswahlen gemeinsam verfolgen. Kritiker sehen im Veranstaltungsort eine Provokation.

Eggebek | Der Kreis Schleswig-Flensburg ist groß. Dass der AfD-Kreisverband am Sonntag nach Eggebek einlädt, um vor dem Fernseher die Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und in Sachsen-Anhalt zu verfolgen und zu feiern, sorgt für Verwunderung. „Es ist doch kein Zufall, dass diese Gruppe sich ausgerechnet in dem Ort trifft, in dem gerade die Landesunterkunft für Flüchtlinge eingerichtet wurde“, erregt sich die SPD-Landtagsabgeordnete Birte Pauls, das sei eine ganz bewusste Provokation. Sie bezeichnete die AfD als gefährlich. „Das ist keine Alternative, sondern eine Schande für Deutschland.“

Die rechtspopulistische AfD wird höchstwahrscheinlich am Sonntag in drei Landtage einziehen. In Sachsen-Anhalt könnte sie Umfragen zufolge sogar zweitstärkste Kraft vor der SPD werden.

„Von einer Provokation kann überhaupt keine Rede sein“, lautete die Antwort des stellvertretenden AfD-Kreisvorsitzenden Hans-Ulrich Post. „Wir tagen in Eggebek, weil ein Förderer dort ein Lokal betreibt und es uns für diese Veranstaltung angeboten hat. Es gibt im Kreisgebiet ja nicht mehr so viele Lokalitäten, die uns aufnehmen wollen.“ Die Schuld dafür gibt er unter anderem der „Antifaschistische Aktion“ (Antifa), die auf ihrer Internetseite einen offenen Brief an das Hotel „Hohenzollern“ in Schleswig veröffentlichte, in dem die AfD mehrfach getagt hatte.

Darin wird die AfD als „rassistisch“ bezeichnet, die Mitglieder als „geistige Brandstifter“. Sollten im dem Hotel weiterhin Veranstaltungen stattfinden, werde man das „Hohenzollern“ als „Handlanger der Rassisten“ benennen, heiße es. „Das sind SA-Methoden“, sagt Post. „Welcher Wirt will schon riskieren, dass bei ihm Wände beschmiert werden oder Gewalt ausgeübt wird? Das sind Weimarer Verhältnisse. So weit sind wir schon in Deutschland. Und was daraus geworden ist, wissen wir ja.“

Mit dem Betreiber des „Dance Club Lavie“ habe man einen Wirt gefunden, der geäußert habe, er sei stark genug, um die Anfeindungen auszuhalten. Dass es eine Provokation sei, die Wahlparty in Eggebek zu feiern, wies Post zurück. „Dann dürften wir ja auch nicht nach Flensburg, Husum und Seeth. Aber in diesem Land ist jeder Ort für jeden frei“, sagte er.

Die Veranstaltung der AfD steht auch im Fokus der Ordnungsbehörde, wie Pressesprecherin Franziska Jurga von der Polizeidirektion Flensburg bestätigte. „Wir haben diese Angelegenheit im Blick und planen bereits für das Wochenende.“ Eine abschließende Einschätzung der Lage aber gebe es noch nicht. „Noch ist keine Gegenkundgebung offiziell angemeldet worden. Aber die Kollegen sind auch im Internet unterwegs, um nach Hinweisen zu suchen.“ Die Polizei werden am Sonntag auf jeden Fall in Eggebek präsent sein. Mit welcher Mannstärke, werden wir noch entscheiden“, so Jurga.

Eggebeks Bürgermeister Willy Toft blickt dem Sonntag mit gemischten Gefühlen entgegen. Er hat sogar noch versucht, auf den Wirt einzuwirken. Ohne Erfolg. „Dass es Ärger gibt, wenn die Pole aufeinander treffen, liegt in der Natur der Sache“, sagte er. „Ich hoffe nur, dass alles friedlich abgeht. In dieser Beziehung muss und kann ich mich auf die Polizei verlassen.“

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erstellt am 09.Mär.2016 | 07:25 Uhr

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