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Schleswiger Nachrichten

13. Dezember 2017 | 06:44 Uhr

Königswiesen : Wirbel um den Waterkant-Platz

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Bürgermeister Arthur Christiansen kündigt an, dass Container und Werbeschilder vor den Königswiesen bald verschwinden. Die Eigentümerfamilie widerspricht.

von
erstellt am 06.Okt.2014 | 17:00 Uhr

Als er vor sechs Jahren eingeweiht wurde, da war es ein feierlicher Akt: Grundstückseigentümerin Sybille Schmid-Sindram und Stadtwerke-Geschäftsführer Wolfgang Schoofs enthüllten gemeinsam das blaue Schild mit der Aufschrift „Waterkant-Platz“. Das Grundstück an der Kreuzung von Königstraße, Poststraße und Strandweg bildete das Entree zur Landesgartenschau auf den Königswiesen.

Das ist lange her. Die Königswiesen sind längst wieder zum öffentlichen Stadtpark geworden. Auf dem Waterkant-Platz steht noch immer das blaue Schild, außerdem ein Baucontainer und eine Bretterwand als Gerüst für Werbetafeln. In der Einwohnerfragestunde des Bauausschusses im Rathaus müssen sich Ratsmitglieder, Bürgermeister und Bauamts-Mitarbeiter immer wieder kritische Fragen von Bürgern anhören, die den optischen Eindruck des Platzes kritisierten. Die Antwort ist seit Jahren dieselbe: Der Platz sehe in der Tat nicht eben einladend aus, aber man könne da nichts tun, das Grundstück sei schließlich in Privatbesitz.

So war die Lage bis zur Ratsversammlung in der vergangenen Woche. Dort kündigte Bürgermeister Arthur Christiansen an, dass nun bald etwas geschehen werde. „Wahrscheinlich wird es zu einem Rückbau kommen“, sagte er. Die Aufbauten auf dem Platz stellten keine Gefährdung im ordungsrechtlichen Sinne dar, und wer so etwas vorübergehend auf seinem Privatgrund aufstelle, benötige dafür keine Genehmigung. Christiansen machte deutlich, dass dieser vorübergehende Zeitraum aus seiner Sicht nun ablaufe.

Konfrontiert mit dieser Aussage, reagierten Sybille Schmid-Sindram und ihr Sohn überrascht. Architekt Paul Sindram, der sein Büro im auffälligen „2-Grad-Concept-Haus“ direkt am Waterkant-Platz hat, erklärte, Container und Werbeschilder seien vom Bauamt abgesegnet. Auf SN-Nachfrage bestätigte Bauamtsleiter Frank Duwe dies. Sindram habe seinerzeit eine Genehmigung beantragen wollen. Daraufhin habe man ihm mitgeteilt, dass für temporäre Aufbauten keine Baugenehmigung erforderlich sei. Sindram wiederum beteuert, im Besitz einer Baugenehmigung zu sein, die bis Ende 2015 befristet sei.

Wenn die Lage nun eine andere sei, dann werde man nun eben noch einmal eine Genehmigung beantragen. Bürgermeister Arthur Christiansen dazu: „Das ist interessant. Wenn die Sindrams einen Antrag auf dauerhafte Genehmigung der Werbeanlagen stellen, dann kenne ich die Antwort schon.“ Zumindest gebe es dann einen guten Anlass, miteinander ins Gespräch zu kommen. „Bisher habe ich noch niemanden aus dieser Familie persönlich kennen gelernt.“

Der Waterkant-Platz gehörte ebenso wie das dahinter liegende Areal zwischen Brauerei und Königswiesen einst zur Insolvenzmasse von Sybille Schmid-Sindrams Ex-Mann, dem Mobilcom-Gründer Gerhard Schmid. Was mit dem Gelände geschehen soll, dazu werde man sich „zu gegebener Zeit“ äußern, sagt Paul Sindram. Das im Frühjahr 2012 fertiggestellte „2-Grad-Concept-Haus“ ist derzeit eingerüstet. Dies habe jedoch nicht mit größeren Bauarbeiten zu tun, betont der 41-jährige Architekt. Es werde lediglich ein älterer Versicherungsschaden behoben.

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