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Ismail Verwaltungs-GmbH in Schleswig : „Wir wollen der Stadt etwas zurückgeben“

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die „Ismail Verwaltungs-GmbH“ eröffnet noch im Juli im Stadtweg den „Food-Point“. Die Schleswiger Firma hat inzwischen mehr als 100 Mitarbeiter

Dass die Doris-Rüstig-Ladewig-Stiftung samt Galerie und Kunstschule im Mai ihre Zelte im Gallberg abgebrochen hat, ist längst bekannt in der Stadt. Wer die Räume in dem großen Eckhaus hin zur Klosterhofer Straße danach übernommen hat, das wissen allerdings nur die wenigsten Schleswiger. Selbst diejenigen, die das neue Klingelschild „Ismail Verwaltungs-GmbH“ entdeckt haben, können damit wenig anfangen. Dabei hat sich das Unternehmen, das jetzt hierher sein Büro verlegt hat, längst einen Namen in der Stadt gemacht – und auch weit darüber hinaus.

„Wir haben inzwischen über 100 Mitarbeiter in ganz Norddeutschland und Berlin, und es werden in den kommenden Monaten noch einige hinzukommen“, sagt Ahmed Ismail. Er ist Junior-Chef der Firma, die er gemeinsam mit seinem Vater Mahmoud leitet – und die sich in den vergangenen Jahren stetig vergrößert hat. In erster Linie hat sich die Familie dabei auf die sogenannte Systemgastronomie spezialisiert: also Restaurantketten. Ihren „Mr. Sub“ oder ihr „Pommeswerk“ gibt es – oft in Kombination – inzwischen unter anderem in Kiel, Lübeck, Eckernförde, Norderstedt, Hamburg oder eben Berlin.

Jetzt starten die Ismails auch in Schleswig, ihrer Heimatstadt, ein Comeback, nachdem „Mr. Sub“ vor etwa zwei Jahren die VR-Bank-Passage verlassen hat.

„Wir haben seitdem immer geplant, hier wieder eine Filiale zu eröffnen. Aber es hat gedauert, bis wir die passende Immobilie gefunden haben“, sagt Ismail. Nun wird seit Wochen in den ehemaligen Räumen von „Ernstings Family“ mitten im Stadtweg fleißig gearbeitet. Ende des Monats soll hier der „Food-Point Schleswig“ eröffnen, der drei Restaurants in einem vereint: „Mr. Sub“, bei dem es belegte Baguettes gibt, das „Pommeswerk“ (mit Hamburgern, Currywurst und Pommes Frites) und „Mama Mia“ für Pizza- und Pasta-Fans.

„Ähnliche Konzepte gibt es bereits in vielen Großstädten. Eine Idee, die wir nach Schleswig transportieren möchten“, sagt Ismail. 55 Innen- und 25 Außenplätze werde der „Food-Point“ haben, hinzu kommen Lieferservice und „All you can eat“-Tage. 15 Arbeitsplätze, so sagt der 30-Jährige, würden dabei entstehen.

Dass das Konzept aufgeht, davon ist Ismail überzeugt. Dass es dafür aber auch bessere Standorte als Schleswig gibt, weiß auch er. „Wenn es uns nur ums Geld gehen würden, würden wir noch mehr in Hamburg investieren. Aber wir gehen ganz bewusst auch hierher. Schleswig ist unsere Stadt, an die wir glauben und der wir viel zu verdanken haben. Deswegen wollen wir etwas zurückgeben“, sagt Ismail, der dabei auch eine andere Immobilie im Stadtweg im Blick hat, die der Familie gehört. Dort, wo lange „Quick Schuh“ war und jetzt „Hunkemöller“ und das Eis-Café „Giovanni L.“ eröffnet haben. „Da haben wir sehr darauf geachtet, dass wir nur Mieter nehmen, die der Innenstadt gut tun. Wir wollen ein lebendiges Schleswig. Denn das kommt am Ende allen zugute“, sagt IGL-Mitglied Ismail. Deswegen habe man den dritten Laden in dem Haus bislang noch nicht vermietet. Dafür gebe es zwar viele Anfragen, aber es sei noch nicht das Passende dabei gewesen. „Da wollen wir keinen Schnellschuss machen, sondern einfach den richtigen Mix an Geschäften hinkriegen“, sagt der studierte Volkswirt, der – wie er betont – dabei immer auf einer Wellenlänge mit seinem Vater sei.

Der wiederum lebt die Familien-Philosophie seinem Sohn und dessen vier Schwestern seit Jahrzehnten vor. In den 80er-Jahren kam Mahmoud Ismail als Flüchtling aus dem vom Bürgerkrieg gebeutelten Libanon nach Schleswig. Anfangs arbeitete er hier als Hilfskraft für den Hausmeister der Gallbergschule, dann schuftete der gelernte Maschinenbauer auf der Nordsee-Ölplattform „Mittelplate“. Als sein Rücken streikte, bot er auf Wochenmärkten Oliven und Fladenbrot an, ehe er, eher durch Zufall, die Schleswiger Filiale der „Back-Factory“ übernahm. Das war der Türöffner für die anderen Restaurants, von denen nun also ein weiteres in Schleswig eröffnet – und parallel dazu zwei in Flensburg.

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erstellt am 17.Jul.2017 | 06:50 Uhr

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