zur Navigation springen

Sicherheitsrisiko an der B 76? : „Wir sind nur die ausführende Behörde“

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Autos und Fußgänger sind auf der B 76 bei Haddeby nicht mehr durch eine Leitplanke getrennt. Der Landesbetrieb Straßenbau verweist auf die neuesten Bestimmungen und die Grenzen der eigenen Kompetenz.

von
erstellt am 18.Okt.2014 | 08:00 Uhr

Als der Kieler Wirtschaft Verkehrsminister Reinhard Meyer Ende vergangener Woche höchstpersönlich die Bundesstraße 76 zwischen Busdorfer Kreisel und Fahrdorf für den Verkehr freigab, schien wieder alles in bester Ordnung zu sein: Nach sechs Wochen Umweg endlich wieder freie Fahrt. Doch jetzt zeigt sich, dass die Arbeit noch nicht beendet ist und sich Fragen nach der Sicherheit ergeben.

Rund sechs Kilometer der Strecke wurden mit einer makellos glatten Fahrbahndecke versehen – die letzten knapp 200 Meter bis zum Busdorfer Kreisverkehr aber sind nach wie vor eine stoßdämpfer-schädigende Rumpelstrecke. Warum wurde das kurze Stück nicht mit asphaltiert? „Wir haben auf diesem Teilstück eine etwas andere Situation“, erklärte Karl-Heinz Roos, der Chef des Landesbetriebs Straßenbau in Flensburg. Grund sei die auffällige Feuchtigkeit der Straße: „Wir müssen genau prüfen, woher das Wasser kommt und wie wir es wieder loswerden“, sagte Roos, „wir suchen nach einer vernünftigen Lösung und die ließ sich aus zeitlichen Gründen mit der Sanierung der Reststrecke vereinbaren.“ Die Planungen werden durch eine Vielzahl von Versorgungsleitungen ihm Untergrund erschwert. „Da können wir nicht einfach eine Drainage legen“, so Roos. Die Arbeiten sollen im kommenden Jahr beginnen, dann wird gleichzeitig eine neuer Weg für Radfahrer und Fußgänger geschaffen.

Dem Vorwurf von Bürgern, die fehlenden Leitplanken zwischen Fahrbahn und dem abgesenkten Radweg im Bereich der Brücken seien ein Sicherheitsrisiko, begegnete Roos mit Hinweisen auf die Bestimmungen. Die Bundesanstalt für Straßenwesen beschäftige sich ständig mit allen Aspekten der Sicherheit. „Da gibt es komplizierte Vorgänge mit psychologischen, medizinischen und physikalischen Aspekten, die mit dem gesunden Menschenverstand kaum zu erfassen sind“, so Roos. Diese mündeten in Verordnungen und teilweise auch in Gesetzen.

Im vorliegenden Fall seien zunächst die Leitplanken entfernt worden, um die Brücken sanieren zu können. Anschließend habe man sich die Bestimmungen vorgenommen. In den Vorgaben aus dem Jahre 1989 seien noch Leitplanken vorgesehen gewesen, die neuen Richtlinien aber stammten
aus 2012. „Und da heißt die Vorgabe: Keine Leitplanken“, erläuterte Roos, „wir sind nicht die Spezialisten, sondern nur die ausführende Behörde.“

Dass die Bürger Sicherheitsbedenken haben, hat Roos nach eigenen Abgaben vorhergesehen. „Als ich von dem Verzicht auf die Leitplanken hörte, war mir klar, dass es Fragen geben würde.“ Seine Behörde aber habe keine andere Möglichkeit gehabt. „Wenn es so in den Bestimmungen steht, stellen wir uns mit dem Rücken an die Wand und setzen es so um. Punkt. Aus. Fertig.“

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen