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Dauercamper : „Wir sind begeisterte Schleswiger“

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Lohalm und Walter Löwer betrachten den Campingplatz Haithabu als ihr zweites Zuhause. Sie schätzen die tolle Umgebung und auch die Nähe zur Stadt. Sie sagen allerdings auch: „Schleswig könnte schöner sein.“

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erstellt am 29.Apr.2014 | 07:45 Uhr

Nach dem Ansturm ist vor dem Ansturm. Über die Ostertage war der Campingplatz Haithabu fast vollständig ausgebucht – und spätestens zu Pfingsten wird es wieder ähnlich aussehen. Gestern aber genossen nur wenige Camper den strahlenden Sonnenschein. Zu ihnen gehörten Walter Löwer und seine Frau Lohalm, seit Jahren begeisterte Dauercamper an der Schlei mit einem Wohnwagen-Stellplatz in der ersten Reihe mit Blick über das Wasser auf den Dom. „Wir sind begeisterte Schleswiger“, sagt Lohalm Löwer, auch wenn die Stadt auf der anderen Seite der Schlei liegt. „Wir genießen den Blick, die Ruhe und manchmal auch das Wetter.“

Das Ehepaar aus Hamburg bezeichnet sich selbst als Spätcamper: Vor 14 Jahren besuchte der heute 77 Jahre alte Walter Löwer Freunde auf dem Platz. Weil es ihm gefiel, kaufte er zunächst eine Jolle und wurde anschließend zum Dauergast mit eigenem Wohnwagen. Als er vor acht Jahren seine jetzige Ehefrau kennenlernte, gab es ein Problem. Mit Camping konnte sie so gar nichts anfangen. Ihre Kinder warnten sie davor, im Wohnwagen Urlaub zu machen. „Sie sagten, da gebe es doch nur Menschen in Trainingsanzügen aus Ballonseide“, berichtet sie lachend. Inzwischen schwärmt sie von dem einfachen Leben. Vom Blick über das Wasser, von der Ruhe, den Radtouren und Spaziergängen, von der Badestelle direkt hinter ihrer Parzelle und der Möglichkeit, innerhalb kürzester Zeit in Schleswig zu sein.

Über die Stadt sind die Camper durch die tägliche Lektüre der Schleswiger Nachrichten bestens informiert – und sie haben sich eine Meinung gebildet. „Die Lage am Wasser, der Dom, Schloss Gottorf – es gibt so viele Pfunde, mit denen Schleswig wuchern könnte – aber da passiert einfach zu wenig“, sagt Lohalm Löwer. „Die Stadt könnte viel schöner sein.“ Als Beispiele zieht sie das „Theater ums Theater“ und die verlassenen Königswiesen heran, als Vergleich Eckernförde: „Die nutzen dort ihre Möglichkeiten perfekt aus.“ Auf die Idee, den Standort zu wechseln, sind sie allerdings noch nicht ernsthaft gekommen. „Wir haben uns mal einen Platz bei Damp angesehen“, gibt Walter Löwer zu, „aber der war uns zu groß, zu unübersichtlich und zu laut.

Dass der Campingplatz Haithabu beschaulich bleibt, dafür sorgt Wolfgang Rataiczak. Als Berufsbezeichnung gibt er „General Manager“ an: „Platzwart sagt ja heutzutage kein Mensch mehr.“ Er und sein Team nutzen die Zeit, um den Platz aus dem Winterschlaf zu wecken, ehe der große Ansturm einsetzt. 200 Stellplätze hat der Campingplatz an der Schlei offiziell, dass so viele Wagen, Zelte und Mobilheime dort Platz finden, bezweifelt er jedoch: „Die werden ja immer größer.“ Bis der Platz gefüllt ist, müssen alle Vorbereitungen erledigt sein. Dann hat Rataiczak alle Hände voll damit zu tun, die kleinen und großen Problemen der Gäste abzuarbeiten – und auf die Einhaltung der Platzordnung zu achten.

Für Walter und Lohalm Löwer ist der Campingplatz zumindest zwischen April und Ende Oktober zur zweiten Heimat geworden. Hier haben sie Freunde, hier bekommen sie Besuch von ihren Kindern und Enkeln – und hier können sie Freiheit, frische Luft und die schöne Landschaft genießen. Allerdings: Morgen geht es wieder zurück nach Hamburg, zu einer Geburtstagsfeier. „Aber am Freitag sind wir wieder hier“, verspricht Walter Löwer und widmet sich wieder der Reparatur seiner kleinen Segeljolle.

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