Helios-Klinikum Schleswig nach der Kritik : „Wir nehmen die Sauberkeit auf den Zimmern sehr genau“

Das Pflegeteam von Station 11:  Dort liegen Patienten mit schweren Lungenerkrankungen, die eine 24-Stunden-Betreuung benötigen. Von links: Vanessa Preiss, Melanie Seitz, Sven Paulsen(stellvertretender Pflegedienstleiter), Greta Hansen, Volker Rahn, Delia Bendixen und Stationsleiterin Gaby Jessen.
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Das Pflegeteam von Station 11: Dort liegen Patienten mit schweren Lungenerkrankungen, die eine 24-Stunden-Betreuung benötigen. Von links: Vanessa Preiss, Melanie Seitz, Sven Paulsen(stellvertretender Pflegedienstleiter), Greta Hansen, Volker Rahn, Delia Bendixen und Stationsleiterin Gaby Jessen.

Die Krankenhaus-Geschäftsführung erläutert das Reinigungssystem – und das Gesundheitsamt kam zur Kontrolle.

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25. Januar 2015, 07:45 Uhr

Alles in Ordnung auf Station 11. „Es sind keine Hygiene-Mängel festzustellen“. Zu diesem Ergebnis kommt das Schleswiger Gesundheitsamt. Nachdem die SN ausführlich über vermehrte Kritik von Patienten im Helios-Klinikum berichtet hatten, auch weil Krankenzimmer auf Station 11 einen unsauberen Eindruck gemacht hätten, waren die Amtsmitarbeiter zu einer unangekündigten Begehung ins Krankenhaus gekommen, um die 30-Betten-Station mit sämtlichen Sanitäreinrichtungen und Arbeitsräumen unter die Lupe zu nehmen. Am Ende der Inspektion, die zwar auch normalerweise in regelmäßigen Abständen stattfindet, diesmal aber auf Grund der aktuellen Situation in einem besonderen Licht stand, stellte das Gesundheitsamt in einem detaillierten Abschlussbericht fest: „Sämtliche Sanitärbereiche wie auch die Gemeinschaftstoiletten waren zum Zeitpunkt der Begehung sauber und ordentlich, die Patientenzimmer ebenfalls, und die Hygienebedingungen waren ohne Beanstandungen.“

Neben Nachlässigkeiten bei der Krankenpflege hatte gerade mangelnde Hygiene auf den Stationen zu den Kritikpunkten gehört und sich wie ein roter Faden durch die in den SN veröffentlichten Leserbriefe und Stellungnahmen von Patienten gezogen. Der Beschwerde-Sturm hat die Klinik durchgerüttelt. Die SN hakten nach bei Helios-Geschäftsführer Florian Friedel und der Leiterin der Helios-Reinigung, Michaela Thater-Schöpp, wie ernst das Schleswiger Krankenhaus das Thema Sauberkeit und Hygiene nimmt – wie also der Reinigungsdienst organisiert wird. Friedel weist auf eine Umstrukturierung hin, die er Anfang des vergangenen Jahres vorgenommen habe. Während zuvor ein externer Reinigungsanbieter mit im Spiel gewesen sei, habe man jetzt die „Helios-Reinigung Nord-West“ installiert – eine 100-prozentige Tochter des Helios-Klinikums.

Man nehme die Sauberkeit auf den Zimmern wie auch die Hygiene „sehr genau“, und es gebe täglich hausinterne Kontrollen. Derzeit seien 37 Personen in der Reinigungs-Gesellschaft beschäftigt, erklärt er auf SN-Nachfrage. Von ihnen hätten 32 unbefristete Verträge, nur fünf arbeiteten auf der Basis eines befristeten Vertrages. Die Arbeitszeit des Reinigungspersonals liege zwischen 20 und 39 Stunden. Reinigungsdienst-Leiterin Michaela Thater-Schöpp berichtet, dass der erste Dienst zwischen 4.30 und 5 Uhr beginnt. Die Reinigung auf den Stationen folge dann ab 6.30 Uhr. Eine Reinigungsfachkraft sei jeweils für eine Station zuständig. Zu ihren Aufgaben gehöre das Säubern und Desinfizieren aller Toiletten und Sanitäranlagen. „Für Krankenzimmer, in denen sich Patienten mit Infekten befinden, erhalten Reinigungskräfte mehr Zeit zugebilligt als für normale Reinigungen“, erklärt sie. Für den Kreißsaal auf der Geburtshilfe-Station beispielsweise würden wie auch für den OP-Bereich eigene Besetzungen mit Reinigungskräften vorgehalten. Der tägliche Reinigungsdienst endet gegen 13 Uhr. Was passiert danach? Thater-Schöpp: „Anschließend stehen zwei Reinigungskräfte im Krankenhaus bereit, um auf jeweilige Anforderung von den Stationen innerhalb kurzer Zeit überall dort zu sein, wo sie gebraucht werden.“

Allerdings führt eine ehemalige Klinik-Reinigungskraft gegenüber den SN an, sie sei bei ihrem Dienst „körperlich oftmals doch überfordert gewesen“ und habe daher nicht immer alles in der vorgesehenen Zeit schaffen können.

Das Schleswiger Krankenhaus verfügt über 320 Betten, davon sind durchschnittlich 290 belegt. Zur Anzahl der im Verhältnis dazu beschäftigten Pflegekräften will die Geschäftsführung auf SN-Nachfrage keine näheren Angaben machen. Friedel: „Die Pflegekräfte werden auf den Stationen nach dem jeweiligen Pflegeaufwand so eingesetzt, dass wir jederzeit effektiv und flexibel reagieren können.“

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