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Volkstrauertag : „Wir haben gelernt, wir haben verstanden“

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Landrat Buschmann hebt am Volkstrauertag auf dem Fahrdorfer Karberg die große Hilfsbereitschaft für die Flüchtlinge aus dem Nahen Osten hervor.

Gemeinsames Gedenken der Toten der Weltkriege und der Opfer von Gewaltherrschaft: Der Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge nimmt sich dieser gesamtgesellschaftlichen Aufgabe an, unter anderem mit der Organisation der zentralen Gedenkveranstaltung für den Kreis Schleswig-Flensburg auf dem Karberg in Haddeby. An der Seite von Amtsvorsteher Ralf Feddersen sowie Kreisgeschäftsführer Konstantin Henkel begrüßte Volksbund-Vorsitzender und Landrat Wolfgang Buschmann mehr als 200 Besucher, darunter viele Vertreter von Gemeinden, Polizei, Feuerwehr und Bundeswehr.

Buschmann erinnerte an die zahllosen Opfer von Krieg und Gewalt, an Kinder, Frauen und Männer aller Völker. „Das schulden wir der Gegenwart und der Zukunft. Denn hier und jetzt gilt es, aus der Geschichte zu lernen, um aus der Erkenntnis heraus Zukunft zu gestalten“, sagte Buschmann. Angesichts der Folgen der jüngsten Auseinandersetzungen im Nahen Osten begegne ihm viel Solidarität und die Bereitschaft, sich ehrenamtlich, selbstlos und hilfsbereit der Flüchtlinge anzunehmen, so Buschmann. „Wir haben gelernt, wir haben verstanden, wir helfen, weil sich viele unserer Familien angesichts der Schicksale aus Syrien an ihre eigene Geschichte erinnern und aus ihr gelernt haben, was eine helfende Hand in der Not bedeutet – nämlich Zuversicht, Hoffnung und Menschlichkeit“, betonte der Landrat.

Pröpstin Carmen Rahlf sprach persönliche Worte, denn auch sie sei von schmerzlichen Erinnerungen und Ängsten bereits als Kind geprägt. „Mein Leben lang hat mich der Schmerz meiner Mutter begleitet, die mit zehn Jahren ihren Vater im Krieg verlor.“ Rahlf rief auf zur aktiven Friedensarbeit und zu Toleranz. „Dies ist umso wichtiger, weil wir uns nicht vormachen dürfen, Krieg woanders ginge uns nichts an. Längst sind wir wieder verstrickt. Die Kriege dieser Welt, sind Weltkriege und sie betreffen uns alle. Frieden zu halten und Frieden zu gestalten ist eine wesentlich anspruchsvollere Aufgabe, als einen Krieg anzuzetteln.“

Die Pröpstin lobte das Engagement der Dannewerk-Gemeinschaftsschüler aus Schleswig, die die Gedenkstunde mit eigenen Wortbeiträgen gestalteten. „Krieg ist nicht an einem Tag vorbei“: Unter diesem Motto trugen Marie-Sophie Falkowski, Tayna Petersen, Thore Schäberle, Luana Floßdorf und Michelle Schwennesen gemeinsam mit Lehrer Thilo Mandelkow ihre Gedanken zu Erlebnissen, Nachforschungen sowie Erinnerungen an Begegnungen und Familiengeschichten vor.

Auch in Schleswig prägten Jugendliche das Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft: Persönliche Worte fanden die Schüler aus der 8. und 10. Klasse der Bruno-Lorenzen-Gemeinschaftsschule: In Begleitung ihrer Lehrerin Kristina Buske-Heße bereicherten Emma Stauch, Hanna Tusché, Michelle Lingsminat, Stella Wook, Jaqueline Behrens, Felix Muxfeldt, Alida Lüttschwager und Fabienne Breinich die Gedenkstunde mit bewegenden Worten.

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