Schleswig : Will die Jugend nicht mitreden?

Nicht beschlussfähig: Von den 19 Mitgliedern der Jugendkonferenz sind zu Beginn der Sitzung nur zwei erschienen: Darius Pahlenkemler (li.) und der Vorsitzende Bendix Junker.
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Nicht beschlussfähig: Von den 19 Mitgliedern der Jugendkonferenz sind zu Beginn der Sitzung nur zwei erschienen: Darius Pahlenkemler (li.) und der Vorsitzende Bendix Junker.

Erneut war die Jugendkonferenz wegen zu geringer Teilnahme nicht beschlussfähig.

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09. Juni 2017, 06:00 Uhr

15.30 Uhr gestern Nachmittag im Sitzungszimmer „Schlei“ im Rathaus. Es ist angerichtet. Auf den Tischen stehen Wasserflaschen und Kaffeekannen, Tassen und Gläser für alle 19 Mitglieder der Schleswiger Jugendkonferenz. Der Vorsitzende Bendix Junker hat schon vor ein paar Minuten seinen Laptop hochgefahren. Kurz darauf erscheint ein zweiter Jugendlicher, zwei weitere trudeln im Laufe der nächsten Viertelstunde ein. „Krass, wie wenige Leute in letzter Zeit kommen“, sagt eine von ihnen, die Gallbergschülerin Carlotta Callsen. Die Jugendkonferenz ist nicht beschlussfähig. Wieder einmal.

Dabei waren die Erwartungen hoch, als sich das Gremium im Sommer 2015 formierte. Endlich sollte die junge Generation eine Stimme in der Stadtpolitik haben. Zahlreiche Vereine und Institutionen entsandten Mitglieder. „Aber viele von denen stehen nur auf dem Papier“, sagt Bendix Junker. Manche hat er noch nie gesehen.

Trotzdem kann er von ein paar Dingen berichten, die die Jugendkonferenz erfolgreich umgesetzt hat. Zum Beispiel ein Treff im Jugendzentrum, bei dem jugendliche Flüchtlinge mit gleichaltrigen Einheimischen in Kontakt kommen konnten. Außerdem eine Müllsammel-Aktion – „auch wenn die beim letzten Mal nicht mehr so gut lief“.

Aber welche Rolle spielt die Jugendkonferenz in der Kommunalpolitik? Hochrangige Mitarbeiter der Stadtverwaltung seien schon mal zu den Sitzungen erschienen, sagt Bendix Junker, „auch der Bürgermeister“. Jugendzentrums-Leiterin Sandra Martensen kommt regelmäßig, sie war auch gestern da, ebenso wie ihr Mitarbeiter Farid Ahmadzai. Aus der Ratsversammlung aber habe sich außer der Sozialausschuss-Vorsitzenden Marion Callsen-Mumm noch nie jemand blicken lassen. „Ihr könntet ja auch mal zu denen in die Ausschüsse gehen“, wirft Sandra Martensen ein, als Bendix Junker das erzählt. Das sei ein Zeitproblem, entgegnet der. Um so etwas zu leisten, brauche man mehr Aktive. Immerhin – vor einiger Zeit habe man dem Bauamt einen Antrag geschickt mit dem Ansinnen, den Lornsenpark nachts besser zu beleuchten. Außerdem haben sich zwei Mitglieder mit der Neugestaltung der Skater-Anlage auf den Königswiesen beschäftigt. Was daraus geworden ist – unbekannt. Die beiden sind gestern nicht da.

Bendix Junker und sein kleiner Haufen von Mitstreitern hoffen jetzt auf den Sommer. Dann soll die Ratsversammlung die Satzung der Jugendkonferenz ändern – damit sie auch mit wenigen Anwesenden beschlussfähig ist. Außerdem werden die Mitglieder nach Ende ihrer zweijährigen Amtsperiode neu bestimmt. „Dann geht es hoffentlich mit mehr Schwung weiter“, sagt Bendix Junker.

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