Schleswig : Wilde Tierwelt am Stadtrand

Seltener Schnappschuss: Dieses Foto von einem der Jungadler (linker Bildrand), der zwei ebenfalls junge Füchse (rechter Bildrand) begrüßt, machte Frank Dreves vom Verein Seeadlerschutz Schlei kürzlich frühmorgens am Gottorfer Burgsee. Fotos: Dreves
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Seltener Schnappschuss: Dieses Foto von einem der Jungadler (linker Bildrand), der zwei ebenfalls junge Füchse (rechter Bildrand) begrüßt, machte Frank Dreves vom Verein Seeadlerschutz Schlei kürzlich frühmorgens am Gottorfer Burgsee. Fotos: Dreves

Der Schleswiger Seeadler-Nachwuchs übt rund um den Burgsee zurzeit fliegen und jagen. Ein Jungtier aber ist verendet.

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07. August 2018, 07:00 Uhr

„Drillinge bei den Seeadlern“ titelten die SN im April dieses Jahres. Die Nachricht, dass das Greifvogelpaar vom Gottorfer Burgsee in diesem Jahr erstmals drei Junge großziehen konnte, glich einer kleinen Sensation. Inzwischen aber steht fest: Nur zwei von ihnen haben es tatsächlich geschafft.

„Der jüngste aus dem Trio ist im Juni leider doch noch verendet. Wir wissen nicht warum, können nur spekulieren. Vielleicht hat er einfach zu wenig auf die Waage gebracht“, sagt Andreas Rau. Gemeinsam mit Friedrich Neujahr teilt sich der Gottorfer Archäologe die Aufgabe als Schleswiger Adlerbetreuer und beobachtet die Greifvögel fast täglich. Im Auftrag der Projektgruppe Seeadlerschutz Schleswig-Holstein führen sie auch genau Buch darüber, wie es den Tieren geht. Und obwohl sie nun den tragischen Verlust eines Jungvogels vermelden mussten, sind sie noch immer hoch zufrieden mit der Entwicklung des Schleswiger Adlerpaares. „Denn auch zwei Junge groß zu ziehen, ist immer noch toll. Das ist noch immer über dem Landesschnitt. Denn viele Adlerpaare bekommen nur ein Junges oder gar keinen Nachwuchs“, so Rau.

Die beiden, die es geschafft haben, sind derweil schon fleißig dabei, ihre Flug- und Jagdkünste zu trainieren. Und zwar am liebsten rund um den heimischen Burgsee. Entsprechend oft kann man sie zurzeit in der Luft oder bei Pausen am Ufer beobachten. „Sie werden noch bis zum Herbst von den Eltern gefüttert. Dann müssen sie bald ausziehen. Im Dezember fangen die Alttiere dann wieder mit der Balz an“, sagt Rau, der das Spiel schon aus den vergangenen vier Jahren genau kennt. Denn so oft haben die Schleswiger Adler inzwischen Nachwuchs bekommen und groß gezogen.

Wer selbst einen Blick auf die faszinierenden Vögel erhaschen möchte, der hat zurzeit wahrscheinlich morgens und abends die besten Chancen. „Denn wegen der Hitze machen die Adler mittags am liebsten Siesta“, sagt Rau. Unterscheiden kann man die bereits recht stattlichen Jungvögel von ihren Eltern übrigens am besten am Gefieder. Das nämlich ist dunkelbraun. Hinzu kommt, dass die Jungen einen grauen Schnabel haben. Erst ab etwa dem vierten Lebensjahr bekommt dieser das für die Vögel charakteristische Gelb.

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