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BUsdorf : Wikingertheater mit lebendiger Botschaft

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Laienschauspieler der Vereins Midgaard Skalden feiern mit dem Stück „Wolfskind“ Premiere auf der Freilichtbühne Hochburg an der Hochburg des Haithabu-Museums.

Das Feuer brennt, die eigens von Björn Mummert geschriebene Musik hüllt die Kulisse in mystische Klänge und die Sonne sorgt für gleißendes Bühnenlicht. Es kann losgehen mit der Premiere von „Wolfskind“, dem neuen Stück der Wikingertheater-Gruppe Midgaard Skalden. Die Freilichtbühne an der Hochburg des Haithabu-Museums ist gut gefüllt und das Publikum ist „gut drauf“, wie Jörg Hamann, Vorsitzender des Vereins Midgaard-Skalden, später feststellt.

Er übernimmt nicht nur die Begrüßung, sondern wird in der ersten Szene sogleich von seiner keifenden Frau Estrid – reichlich unsympathisch und daher sehr überzeugend dargestellt von Sünje Vahlbruch – aus dem gemeinsamen Haus geschmissen. Sie habe eindeutig die Hosen an, schmunzelt Vahlbruch über ihre Rolle. Doch auch wenn es Estrid sicher gefallen hätte, die Hauptdarstellerin ist eine andere: Zwei Mägde sind gerade beim Wäsche waschen, als es neben ihnen im Gebüsch raschelt und die eingespielte Musik zusätzlich für Nervenkitzel sorgt. Dann zeigt sich Swantje Budig als reichlich zerzaustes „Wolfskind“, das im Grasregen lacht und dann verschwindet.

„Falls ein Kind im Wald lebt, ist es unsere Pflicht, es ins Dorf zu holen“, tönt Gode, den Björn Vierke so autoritär darstellt, wie man es sich von den Nordmännern vorstellt. Gesagt, getan, das Wolfskind wird gefangen und erweist sich nicht als das riesengroße Monster mit langen Armen und sechs Fingern an jeder Hand, als das es die Mägde beschrieben hatten.

Ohne ein Wort zu sprechen – sie heult nur wie ein Wolf und schreit wie ein verletztes Tier – wird das Mädchen zur zentralen Figur des Stücks, die fast ein tragisches Ende nimmt. Die gutmütige Wikingerin Jördis, gespielt von Anneke Auls, nimmt sich ihrer an und versucht, sie unter dem namen „Thyra“ zu einer der ihren zu machen. „Mein Grundgedanke war, zu zeigen, dass nicht alles zwangsdomestiziert werden und hingebogen werden muss“, erklärt Sandra Hamann, die das Stück innerhalb von zwei Nächten geschrieben hat und auch Regie führt. „Man muss annehmen und akzeptieren können“, sagt sie.

So verwundert es nicht, dass ausgerechnet Wolfgang Popp als der mitfühlende Thoralf der Hinkende die Nähe des Wolfkindes sucht. Gehöre er doch ebenso wie sie zu einer Randgruppe, erläutert Sandra Hamann. Für weiteren Wirbel auf der Bühne sorgt zudem Stefan Koch als Priester, der seine ganz eigenen Absichten verfolgt. Ob er sich durchsetzen kann, oder ob das Wolfskind eher als Sklave endet, kann bei acht weiteren Aufführungen herausgefunden werden. An den kommenden zwei Wochenenden, 9. und 10. August sowie 16. und 17. August, finden jeweils um 14 und 16 Uhr Theateraufführungen auf der Freilichtbühne beim Haithabu-Museum statt.

Wer wissen möchte, wie ein solches Theaterstück entsteht, ist als neues Mitglied bei Midgaard Skalden willkommen. Derzeit hat die Gruppe 60 Mitglieder, von denen 31 auf der Bühne und weitere hinter den Kulissen arbeiten. Von Oktober bis April treffen sie sich jeden ersten Sonntag ab 18 Uhr im Marienbad in Busdorf.

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