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Neuer Slogan für Schleswig : „Wikingerstadt“: Jetzt werden die Bürger gefragt

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Soll Schleswig bundesweit mit dem Slogan „Wikingerstadt“ werben? Diese Frage bleibt höchst umstritten. Insbesondere die SPD ist dagegen.

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erstellt am 18.Nov.2014 | 18:50 Uhr

Noch ist Schleswig „die freundliche Kulturstadt“. Möglich, dass dieser rund 20 Jahre alte Slogan auf den Briefköpfen im Rathaus bald ausgedient hat. Aber was an seine Stelle tritt, das ist nach wie vor offen. Der Kulturausschuss hat gestern Abend fast zwei Stunden lang diskutiert, ob Schleswig sich künftig offiziell als „Wikingerstadt“ bezeichnen soll. Einig wurde man sich nicht, aber immerhin fasste man einen Beschluss: Jetzt sollen die Bürger nach ihren Ideen befragt werden. Dafür stimmten die Vertreter von CDU, SSW und Grünen. Die SPD enthielt sich der Stimme. SPD-Fraktionschef Stephan Dose hatte zuvor für einen anderen Antrag keine Mehrheit gefunden: Er wollte zuerst ein externes Beratungsbüro beauftragen und erst danach dessen Vorschläge den Bürgern zur Diskussion stellen. „Das ist besser, als hinterher von Experten zu erfahren, dass die Ideen der Bürger ungeeignet sind“, meinte er.

Zuvor hatte sich im Kulturausschuss die Debatte wiederholt, die bereits im Hauptausschuss geführt worden war: Wollen wir überhaupt „Wikingerstadt“ sein? Ein klares Nein kam nur von der SPD. Doses Hauptargument: Die Wikinger seien zwar nebenan in Haithabu gewesen, mit der Stadt Schleswig hätten sie aber nichts zu tun. „Ich finde es falsch, mit etwas zu werben, was wir nicht haben.“

Entstanden war der Vorschlag „Wikingerstadt Schleswig“ in einem Workshop der Industrie- und Handelskammer (IHK) zusammen mit Vertretern der Schleswiger Gewerbevereine und des Stadtmanagements. Heidemarie Hansen (CDU) hätte den Slogan am liebsten unverändert durchgewinkt. „Ich fürchte, dass wir die IHK vor den Kopf stoßen, wenn wir jetzt einfach etwas ganz anderes beschließen“, sagte sie. Die Ausschuss-Vorsitzende Babette Tewes (Grüne) zeigte gewisse Sympathien für die „Wikinger“, warnte aber davor, einen Slogan zu wählen, „den möglicherweise die Hälfte der Schleswiger furchtbar findet“. CDU-Fraktionschef Holger Ley zeigte sich offen für weitere Ideen, prophezeite aber auch: „Am Ende des Tages werden wir um die Wikinger nicht herumkommen.“ Es gebe schlichtweg kein anderes Alleinstellungsmerkmal für Schleswig. So sah es auch Max Triphaus, Geschäftsführer der Ostseefjord Schlei GmbH. Er ging auch auf den Einwand ein, die Wikinger seien brutale Räuber gewesen: „Heute ist der Begriff positiv besetzt, vergleichbar mit den Piraten. Heute wollen mehrere Städte Klaus Störtebeker für ihr Marketing einsetzen, dabei war das mit Sicherheit kein netter Mensch.“

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