zur Navigation springen

Frühjahrsmarkt in Haithabu : Wikinger trotzen Regen und Wind

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Rund 10000 Besucher strömten am Osterwochenende zum Frühjahrsmarkt in Haithabu. Von den Wetterkapriolen ließen sie sich nicht schrecken.

Trubel in Haithabu. Am Osterwochenende erwachte die alte Handelsmetropole am Ufer des Haddebyer Noors aus der Winterruhe. 300 Handwerker und Händler schlugen ihre Zelte auf oder präsentierten ihre Waren in den rekonstruierten Wikingerhäusern. Unter ihnen waren Bäcker, Bernsteinschleifer, Bogenbauer, Bronzegießer, Geweihschnitzer, Glasperlenmacher, Goldschmiede, Schneider, Spielzeugmacher, Töpfer und Weber – natürlich alle im wikingerzeitlichen Outfit.

Rund 10.000 Besucher wollten an den vier Tage dabei sein – und sie trotzten den Wetterkapriolen. Neben dem sonnigen Sonnabend war auch der verregnete und stürmische Ostermontag überraschend gut besucht. Auch als am Nachmittag zwei Zelte davonwehten, bliebt die Stimmung gut.

„Nach dem Winter ist das Wiedersehen der Handwerker und Händler einfach schön“, sagte Hannes Hirsch, Spanschachtel-Hersteller aus Schweden. „Das ist ein toller Auftakt zur Präsentation unseres Handwerks und eine Belohnung für das ganze Jahr. Langjährige Freundschaften sind hier entstanden.“

Mittendrin im Trubel der Wikingersiedlung zwischen Handwerkern und den Besuchern hatten auch die Kinder der Wikinger eine Menge Spaß und viel Platz zum Toben. „Toll, dass man hier Freunde trifft und auf Holz herum hacken kann. Auch den kleinen Fluss finde ich gut. Hier gibt es für uns viel zu entdecken“, sagte der elfjährige Tristan. Gemeinsam mit Lio (4), Vincent (7) und Tonda (4) eroberten die Kleinen das Gelände, auf dem die Eltern Cedric und Mila im Wikingerzelt campierten. „Die Ruhe ist das beste“, fand der Vater, der sich derweil mit der Herstellung von wikingerzeitlichen Nähnadeln beschäftigte. Auch Familie Londenberg aus Hannover schlug ihr Zelt auf dem historischen Platz auf. Die fünf Kilo schwere Bettdecke aus gewebter Schafwolle, die in Köperbindung gewebt wurde, wärmte das Ehepaar samt den dreijährigen Sohn Louis. Das hölzerne rekonstruierten Wikinger-Bett sorgte für Gemütlichkeit im kühlen Zelt. Mehrere Schichten aus Schaffellen, Decken und Kissen wirkten dazu gegen die Kälte in der Nacht. „Es war viel zu warm“, stellte Anke Londenberg am Morgen fest.

Erfreut überrascht zeigten sich zudem alle Wikinger-Kinder, die am Sonntagmorgen einen kleinen Ostergruß aus Schokolade vor dem Zelt oder zwischen den Waren der Eltern fanden. Auch darum kümmerte sich Museumsleiterin Ute Drews, die gemeinsam mit ihrem Organisationsteam viel Lob der Akteure erhielt. „Die Fürsorglichkeit ist bemerkenswert. Hier wird sich echt gekümmert. Bei uns gibt es solche schönen Märkte nicht. Der Wikingermarkt in Haithabu ist ein echtes Unikat“, sagte Kai Steidel, Wikinger-Handwerker aus Neustadt an der Weinstraße in Rheinland-Pfalz.

Das Fazit von Ute Drews: „Eine unglaublich interessante Mischung aus unterschiedlichem Handwerk, das eine hohe Qualität aufweist. Es ist eine besondere Freude zu sehen, wie sich einige Fertigkeiten weiterentwickelt haben. Einfach fantastisch.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen