zur Navigation springen
Schleswiger Nachrichten

18. Dezember 2017 | 00:48 Uhr

Schleswig : Wieder war Geld weg vom Konto

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Eine weitere Nospa-Kundin meldet sich: Auch auf ihrem Kontoauszug fehlte plötzlich ein höherer Betrag.

Schleswig | Ihr Geld – plötzlich war es vom Girokonto bei der Nospa verschwunden. Einfach abgebucht. Von wem und warum, das war auf dem Kontoauszug nicht zu erkennen. „Ich war so aufgeregt, weil mir da 2500 Euro fehlten“, sagt Rentnerin Irene Schucher aus Jübek, als sie mit einem Packen Kontoauszüge in der Redaktion der Schleswiger Nachrichten (SN) das beinahe Unglaubliche schildert. Immer wieder sei sie Posten für Posten über einen längeren Zeitraum hinweg durchgegangen – aber nichts. Es habe sich kein Hinweis darauf gefunden, wo denn das Geld versenkt wurde.

Das ist nun der zweite Fall innerhalb kurzer Zeit, bei dem ein Kunde der Nord-Ostsee-Sparkasse (Nospa) auf seinem Kontoauszug selbst feststellt, dass auf rätselhafte Weise Geldbeträge abgehoben worden waren – ohne dass Bank-Mitarbeiter diesen Fehler bemerkt oder gar korrigiert hätten.

So hatten die SN am 15. November über den ersten Fall berichtet, bei dem der 71-jährige Mediziner Dr. Wolfram Stolle ebenfalls entdeckt hatte, dass ihm auf seinem Nospa-Konto satte 5000 Euro verlustig gegangen waren.

Nospa-Sprecher Burkhard Lauritzen erklärte dazu auf SN-Nachfrage, dass die „Fehlbuchung ein Erfassungsfehler bei der Eingabe der Kontonummer“ gewesen sei, denn seine Bank verfüge über ein eigentlich „funktionierendes dichtes Kontrollsystem“. So habe es sich bei dem Vorkommnis also lediglich um einen Einzelfall gehandelt.

„Von wegen Einzelfall“, hält Irene Schucher empört dagegen, „das war doch bei mir ganz genauso“. Sie hatte den Bericht über Stolle in den SN gelesen und dabei die Parallelen zu ihrem Bank-Erlebnis festgestellt.

Zum Hintergrund ihres Falles: Irene Schucher ist Betreuerin ihrer über 91-jährigen Bekannten Hella Schütt, die Inhaberin des besagten Kontos bei der Nospa ist. „Ich habe von ihr eine Generalvollmacht und erledige für sie auch finanzielle Dinge.“ Sie beschreibt ihre Bekannte, die gerade ins Altenheim gekommen ist, als geistig immer noch topfit. Nur ihre Augen machten ihr zu schaffen, meint sie. Irene Schucher selbst war viele Jahre bis zu ihrer Pensionierung als Buchhalterin beim Amt Silberstedt tätig. Mit Zahlen und Belegen kennt sie sich bestens aus.

Was sie dann auf dem Kontoauszug der von ihr betreuten alten Dame sah, raubte ihr den Schlaf: 2500 Euro per Barauszahlung, stand da. Schucher: „Gemeinsam mit meiner Bekannten bin ich dann noch mal alles durchgegangen. Auch sie hat sich sehr aufgeregt, denn seit 60 Jahren hält sie ihrer Bank die Treue – und dann so etwas, sagte sie zu mir.“ Die Nospa-Mitarbeiter, von Irene Schucher um Aufklärung gebeten, brauchten etwa sechs Tage, um herauszufinden: Es war – wiederum – ein Zahlendreher. Kurios: Das Geld war an jemand anderen ausgezahlt worden, und zwar an eine Person in Bredstedt.

Nospa-Sprecher Burkhard Lauritzen, bei dem die SN nunmehr zum zweiten Mal in gleicher Mission nachhakten, räumt wiederum ein: „Auch bei diesem Fall handelt es sich um eine besonders unglückliche Konstellation. Es hat bei der Erfassung der Kontonummer eines Bankkunden in Bredstedt, der eine Barauszahlung von 2500 Euro von seinem Konto vornahm, einen Tippfehler gegeben“ – so dass irrtümlich nicht dessen Konto belastet worden war, sondern das von der Seniorin Hella Schütt. Warum das „automatische Prüfziffern-System“ der Nospa diesen fatalen Fehler nicht entdeckte? Dazu der Pressesprecher: „Weil es ein sehr unwahrscheinlicher Einzelfall ist, hat das System nicht sofort gegriffen.“

Irene Schucher aber meint: „Das alles wäre vielleicht überhaupt nicht rausgekommen, wenn ich selbst es nicht bemerkt hätte.“ Während in dem anderen Fall Wolfram Stolle zur Entschuldigung von der Nospa Kugelschreiber geschenkt bekam, erhielt auch Irene Schucher eine kleine Wiedergutmachung für den ganzen Ärger: einen Nospa-Schlüsselanhänger.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen