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Schleswiger Nachrichten

19. November 2017 | 09:59 Uhr

Wieder Streit über Flüchtlings-Unterkünfte

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

von
erstellt am 29.Jun.2015 | 19:32 Uhr

Die Unterbringung von Flüchtlingen und Asylbewerbern auf der Insel Sylt sorgt weiterhin für Diskussionen: Während sich der neue Besitzer der ehemaligen DAK-Klinik Haus Quickborn von der Politik abgekanzelt fühlt, sieht Hörnums Bürgermeister Rolf Speth baurechtlich momentan keine Chance, Asylbewerber im ehemaligen JAW-Heim unterzubringen.

Zunächst zum Haus Quickborn: Die ehemalige Klinik wurde von der DAK an die Deutsche Immobilien-Projektentwicklung AG unter dem Investor Thomas Schwinger-Caspari verkauft. Der ursprüngliche Plan war es, die ehemaligen Sylter Kinderklinik zu Seniorenwohnungen umzubauen. Da dies aber nach dem jetzigen Bebauungsplan nicht möglich ist, und die Gemeinde im Frühjahr dieses Jahres mit Beschlagnahmung der Landesliegenschaft drohte, sei sein Unternehmen auf die Gemeinde zugegangen, sagt Schwinger-Caspari. „Wir haben recht harmonische Gespräche geführt und ein Mietangebot gemacht“, so Schwinger-Caspari. Dies habe sich zunächst auf rund 60  000 Euro Miete pro Monat belaufen, auf Wunsch der Gemeinde habe man es dann auf 50  000 Euro reduziert.

Dass er nun aus der Zeitung erfahren musste, dass die Politik dieses Angebot nicht annehmen und mit seinem Unternehmen auch nicht weiter verhandeln will, sei irritierend. „Wir fühlen uns abgekanzelt.“ Ohnehin verstehe er nicht, warum die Gemeinde Sylt nicht ihr Vorkaufsrecht genutzt habe, um das Gebäude selbst zu kaufen.

In Hörnum wird derzeit geprüft, ob nicht rund 200 Flüchtlinge und Asylbewerber im ehemaligen Jugendaufbauwerk untergebracht werden können. Bevor es dazu kommt, müsste allerdings der B-Plan geändert werden, glaubt Bürgermeister Rolf Speht: „Und dass die Gemeinde Hörnum dazu bereit ist, bezweifle ich.“ Schließlich habe die Gemeinde lange dafür gekämpft, im gegenüber liegenden Haus Budersand Dauerwohnraum zu schaffen – das hätte die Landesplanung sehr zum Ärger der Gemeinde verwehrt. Also könne niemand von Hörnum erwarten, dass der B-Plan jetzt für Flüchtlinge geändert werde: „Die hat ja auch niemand eingeladen, hierher zu kommen“, sagte Speth – um dann hinzuzufügen, dass ihm bewusst sei, dass die Asylbewerber angemessen untergebracht werden müssen. Der Sylter Bürgermeister Nikolas Häckel stellte klar, dass man Hörnum nicht zwingen werde, Flüchtlinge aufzunehmen.

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