zur Navigation springen

Schleswig-Flensburg : Wie wollen wir in Zukunft leben?

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Mobilität und Versorgung: Bürger können sich online am Strategie-Prozess des Kreises beteiligen.

von
erstellt am 29.Mai.2017 | 14:17 Uhr

Schleswig | Wie können wir unsere Region so gestalten, dass sie auch in Zukunft attraktiv ist – für junge Menschen, die eine Familie gründen, für Senioren, die hier ihren Lebensabend verbringen, für Kinder und Jugendliche, aber auch beispielsweise für Unternehmer? Um das herauszufinden erhielt der Kreis im Jahr 2015 im Rahmen eines bundesweiten Pilotprojektes 350  000 Euro aus Berlin. Mit dem Geld wurde ein Initiative gestartet, die mit der kryptischen Abkürzung „LaSiVerMob“ daherkam und die jetzt in eine neue Phase eintritt. Nachdem die umfangreiche Datenerhebung zur „Langfristigen Sicherung von Versorgung und Mobilität im ländlichen Raum“ abgeschlossen war und erste Workshops mit Akteuren von Verbänden, Gemeinden, Kreis und Organisationen stattgefunden haben, sind nun die Bürger am Zug. Sie können sich an einer Online-Befragung beteiligen.

„Wir wollen die Weiterentwicklung unseres Kreises selbst gestalten“, sagte Landrat Wolfgang Buschmann bei der Vorstellung des Online-Werkzeugs, das der Kreis für die Beteiligung an dem Projekt bereits freigeschaltet hat. Die Federführung liegt in Händen der Regionalplanerin Kristina Hofmann. Die ist sicher: „Für den Umgang mit dem demografischen Wandel gibt es keine Pauschallösung, nicht für den Kreis, und auch nicht für einzelne Regionen.“ Man müsse schon sehr genau hinschauen, wie beispielsweise die Verflechtungsbeziehungen zwischen einzelnen Orten, wie das Nutzungsverhalten bei öffentlichen Verkehrsmitteln und wie sich die Inanspruchnahme öffentlicher Angebote gestalte und was sich daraus für Herausforderungen ableiten ließen. Das Bild, das man bekomme, werde umso genauer, je mehr Bürger sich an dem Projekt beteiligen. Der Aufwand ist gering, fünf Minuten reichen, um sich durch dass Online-Tool zu klicken.

Welche Orte sind für die täglichen Besorgungen wichtig? Wo befinden sich bevorzugt aufgesuchte Ärzte und Betreuungseinrichtungen, wo die Schulen, die die Kinder besuchen? Auch nach Kultur- sowie Sport- und Freitzeit-Einrichtungen sowie Umsteigepunkten für Bus und Bahn wird gefragt. Teilnehmer markieren die entsprechenden Punkte einfach auf einer virtuellen Karte. Ergänzt wird die Umfrage durch Angaben zu bevorzugten Fortbewegungsmitteln und Wünschen im Hinblick auf die zukünftige Mobilität. Für die Teilnahme ist keine Registrierung nötig, sie ist vollkommen anonym.

Wie groß und wie regional unterschiedlich die Herausforderungen sein werden, lässt sich anhand aktueller Bevölkerungsprognosen erahnen. So wird der Anteil über 60-Jähriger im Kreis bis zum Jahr 2030 gegenüber 2015 voraussichtlich um 23,2 Prozent steigen. Im Raum Eggebek und Schafflund allerdings um über 35 Prozent, im Raum Geltinger Bucht um fünf bis zehn Prozent. Allerdings wird dort die Bevölkerung insgesamt überdurchschnittlich stark zurückgehen – um 15 bis 20 Prozent. Stärker wird der Bevölkerungsrückgang nur im Raum Stapelholm sein. Für Harrislee allerdings wird eine steigende, für Handewitt eine nahezu gleich bleibende Bevölkerung prognostiziert.

Hinzu komme, so Hofmann, dass man im Rahmen des Prozesses auch mit verschiedenen Bevölkerungsgruppen unterschiedlich diskutieren müsse. Während für Ältere die Themen Mobilität und ärztliche Versorgung höchste Priorität bei der Zukunftsplanung hätten, seien dies bei Jüngeren eher Themen wie die Handynetz-Qualität, die Internet-Versorgung und der Arbeitsmarkt. Und schließlich sei wichtig, dass sich der Kreis nicht in Konkurrenz zur Ordnungspolitik des Landes mit seinem zentralörtlichen System stellen wolle. „Das“, so der Landrat, „ist starr und unflexibel. Was wir machen, orientiert sich an Funktionsräumen und nicht an hoheitlichen Grenzen.“

> Die Teilnahme an der Umfrage ist bis zum Frühjahr 2018 möglich auf www.gemeinsam-gut-versorgt.de. Die Teilnahme ist anonym, eine Registrierung ist nicht nötig.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen