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Schleswiger Nachrichten

23. Juli 2017 | 04:43 Uhr

Schleswig : Wie man mit Mukoviszidose lebt

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Schleswiger Service-Club Round Table unterstützt ein Hilfsangebot für Menschen, die an schwerer Stoffwechsel-Erkrankung leiden.

Um auf die Stoffwechselerkrankung Mukoviszidose aufmerksam zu machen, traten Mitglieder des Schleswiger Service-Club Round-Table („RT 113“) zum jüngsten „Lauf zwischen den Meeren“ an. Gleichzeitig wollte man dabei Spendengelder für die Mukoviszidose-Ambulanz in Kiel zu „erlaufen“. 995 Euro an Spenden, für jeden Kilometer einen Euro, kamen am Ende der Strecke mit der Unterstützung von Sponsoren zusammen. Die Summe geht an Dr. Christian Timke, Kinderarzt im Städtischen Krankenhaus Kiel.

Die 17 Mitglieder des Round Tables, die überwiegend Familienväter sind, wollten mehr über die Erkrankung der Mukoviszidose oder zystischen Fibrose (CF) erfahren. Einen Einblick in das Leben mit Mukoviszidose gewährten zwei betroffene Familien, die gemeinsam mit Kinderarzt Timke an der Informationsveranstaltung im Selker Restaurant Quellental teilnahmen. Patricia Bunsen aus Busdorf, Mutter eines dreijährigen Sohnes, und Mario Berndt aus Schleswig, Vater eines von der Krankheit betroffenen Teenagers, berichteten über ihren familiären Alltag, der von der Stoffwechselkrankheit ihrer Kinder geprägt ist.

Putzmunter präsentierte der dreijährige Philipp seinen kleinen roten Arztkoffer, übernahm dann das Blutdruckmessen bei seinem Kinderarzt. Eine freundschaftliche Verbindung zwischen Arzt und Patient zeigte sich darin, und es berührte die Männerrunde des Round Tables sichtlich. Dass ihre Spende für die Arbeit in der Mukoviszidose-Ambulanz gut angelegtes Geld ist, darin waren sich alle einig.

Wie lebenswichtig die Arbeit der Ambulanz als Ansprechpartner für die Erkrankten und deren Familien ist, verdeutlichten Patricia Bunsen und Mario Berndt. Vor allem nehme sich das Team der Mukoviszidose-Ambulanz für die Begleitung der Betroffenen und deren Familien viel Zeit. „Interesse an dem Menschen und ein beiderseitiger guter Draht ist wichtig“, erklärte Kinderarzt Timke. „Und das braucht einfach seine Zeit.“

Hand in Hand begleitet die Ambulanz die Familien, die im Einklang mit dem Hausarzt und der Physiotherapeuten ein Netzwerk bilden. Die Verbesserung der Lebensqualität ist ihr gemeinsames Ziel. Dank Krankengymnastik, Inhalationen und Medikamente hat sich die Prognose der erkrankten Menschen in den letzten Jahren erheblich verbessert. Gleichzeitig zeigten sich die beiden Familien dankbar dafür, dass das Gesundheitswesen in Deutschland die therapeutischen Möglichkeiten für sie in der Nähe bereit hält, schließlich sei dies in anderen Ländern der Welt anders. „Darüber bin ich froh und dankbar“, sagte Mario Berndt.

Dass die Forschung mit ihren Ergebnissen noch nicht am Ende ist, gibt den Familien Hoffnung auf Heilung. Sie haben gelernt, sich mit der Erkrankung zu arrangieren, ihre Mitmenschen darüber aufzuklären und die Angst zu nehmen, schließlich ist Mukoviszidose nicht ansteckend.

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