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Brandserie in Schleswig : Wie ein Fernseh-Polizist den Feuerteufel fand

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Kurt Vogel aus der Langen Straße gab der Polizei den entscheidenden Tipp, der sie zum Feuerteufel von Schleswig führte. Er wirkte schon in mehreren ARD-Tatort-Folgen als uniformierter Komparse mit.

Im Hauptberuf ist Kurt Vogel Lagerist im Baumarkt Marks in der Flensburger Straße. In seiner Freizeit ist der 51-Jährige Fernseh-Polizist. In mehreren ARD-Tatorten war er schon in winzigen Rollen zu sehen. Er gehört zur Stammbesetzung der Schleswiger Komparsenfischer-Agentur. Seinen größten Einsatz als Ermittler hatte er aber am Mittwochabend. Er war es, der die Polizei auf die Spur des Feuerteufels brachte, der innerhalb weniger Stunden sieben Mehrfamilienhäuser in Brand steckte.

Den ganzen Tag über waren bei der Polizei Hinweise auf mögliche Verdächtige eingegangen, aber Vogels Anruf um 22.04 Uhr war der entscheidende. Kurz zuvor war am Brautsee das siebte Feuer ausgebrochen. Wie auch viele andere Bürger in der Stadt, hatte Kurt Vogel schon am Nachmittag die Passanten in den Straßen aufmerksam verfolgt. Er wohnt in der Langen Straße, nur wenige Meter von einem der Brandhäuser entfernt. Als dort gegen 18.30 Uhr das sechste Feuer ausgebrochen war, fiel ihm ein junger Mann auf, der etwas abseits des Geschehens auf einem Poller saß und sich minutenlang nicht rührte. „Ich erinnere mich, dass ich denselben Kerl kurz vorher in der Faulstraße gesehen hatte, als es dort brannte“, erzählt Vogel. „Da dachte ich mir noch nichts dabei. Er sah eigentlich ganz manierlich aus. Mir fiel nur seine dunkle Jacke auf. Es war ja wirklich kein Jackenwetter.“

Die Jacke trug der Mann nun noch immer. Kurz darauf sagte Kurt Vogel zu seiner Frau und zu seinem Bruder: „Ich bin mir sicher, ich habe den Brandstifter gesehen.“ Aber noch unternahm er nichts. Der Verdacht war ihm zu vage.

Am späten Abend dann fuhr Kurt Vogel über den Gallberg. Er war eigentlich unterwegs nach Ulsnis, um einem Freund zu helfen, sein Auto zu starten. Er sah die Feuerwehr zum nächsten Einsatz rasen – und entdeckte auf dem Fußweg wieder den Mann in der auffälligen Jacke. „Diesmal habe ich sofort die 110 angerufen.“ Die Polizistin in der Leitstelle bat ihn, den Verdächtigen im Auge zu behalten. Er fuhr weiter. Das Handy am Ohr. Die Polizistin versicherte ihm, dass er dafür kein Knöllchen bekommen werde. „Eine Ausnahmesituation.“

Unauffällig folgte er dem Mann in der dunklen Jacke, bis der sich vor der Gallbergschule auf eine Bank setzte. Fünf Minuten später waren acht Polizeifahrzeuge vor Ort. Die Handschellen klickten. „Der Mann verhielt sich völlig ruhig“, erinnert sich Kurt Vogel. Er selbst machte sich auf den Heimweg. Nach Ulsnis brauchte er nicht mehr zu fahren. Sein Freund hatte das Auto alleine wieder in Gang bekommen.

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erstellt am 16.Aug.2014 | 12:00 Uhr

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