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Schleswiger Nachrichten

24. September 2017 | 08:47 Uhr

Lollfuß : Wie das Theater saniert werden soll

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Ratsfraktionen unterstützen gemeinsam den Vorschlag des Bürgermeisters. Teilabrisse geplant, aber Saal und Foyer bleiben erhalten.

von
erstellt am 01.Apr.2014 | 15:38 Uhr

Die erste Hürde ist genommen, damit Schleswig Spiel- und Produktionsstandort für das Landestheater bleiben kann. Alle Ratsfraktionen haben sie gemeinsam übersprungen, indem sie sich zum Ziel setzen, die alte Theaterstätte im Lollfuß wieder herzurichten. Hinter den Kulissen hatte Bürgermeister Arthur Christiansen die Fäden gezogen. Seiner Idee, den Gebäudekomplex durch teilweisen Abriss und Neubau zu sanieren, konnten sich die Kommunalpolitiker nicht entziehen. In der Gesellschafterversammlung des Landestheaters, die am Freitag in Rendsburg in einer explosiven Stimmung tagte, kam dieses einvernehmliche Signal aus Schleswig für manche überraschend. „Doch insgesamt reagierte man auf unseren Vorschlag positiv“, sagte Christiansen gestern auf SN-Nachfrage. Während die Gesellschafter jetzt die Nachfolge des unerwartet zurückgetretenen Aufsichtsratsvorsitzenden Jörn Klimant im Auge haben, wollen sich die Schleswiger jetzt auf ihr Theater im Lollfuß konzentrieren.

„Aus der Idee soll jetzt ein Konzept erarbeitet werden“, erklärte Christiansen. Die baulichen und finanziellen Eckdaten werden zusammengetragen. Er geht dabei von „mindestens 11,8 bis 12 Millionen Euro“ Gesamtkosten aus. Davon habe die Stadt „fünf Millionen netto“ zu übernehmen. Vom Kreis sei eine halbe Million Euro zu erwarten, hinzu kämen sogenannte Kif-Mittel in Höhe von 6,3 Millionen sowie zusätzliche Landesmittel für denkmalgeschützte Gebäude.

Wird ein privater Investor für das Projekt gefunden werden können? Christiansen selbstbewusst: „Das wird kein Problem sein, da weiß ich schon jemanden.“ Und so sieht sein Plan im Detail aus: Das gesamte Theatergelände soll für die Sanierung in drei Teilbereiche aufgegliedert werden: Vom Haus Lollfuß 49, das Kerntheater, soll nur der Saal und die Vorderfront erhalten bleiben. Der Rest – also die Seitenschiffe – wird abgerissen. Stehenbleiben sollen lediglich die Mauern, die den Theatersaal umfassen. Hierbei handelt es sich um die früheren Außenmauern, bevor später Anbauten (für Wandelgänge und Garderoben) erfolgten. Auch der schiefe Bühnenturm soll entfernt werden. Das nebenstehende Gebäude Lollfuß 51 soll komplett beseitigt werden. Für dieses Gelände kommt ein Privatinvestor in Frage, der dort ein Gebäude errichtet, in dem sich neben einer Probebühne auch Büroräume befinden sollen. Der dritte Bereich umfasst das denkmalgeschützte Gebäude Lollfuß 53. Für diesen Teil, in dem sich die Generalintendanz befindet, erhofft sich Christiansen Zuschüsse vom Land.

Als „äußerst erfreuliche Entwicklung für Schleswig“ bezeichnet CDU-Fraktionschef Holger Ley das Theatervorhaben. Und: „Ich danke dem Bürgermeister, dass er die Einigung unter den Fraktionen herbeigeführt hat.“ Die Stellungnahme der SPD klingt eher nüchtern. Klaus Bosholm, stellvertretender Fraktionsvorsitzender, gestern vor dem Stadttheater: „Es ist erstmal eine Idee, mehr nicht. Uns fehlen noch Zahlen und Fakten. Die Erfolgsaussichten betrachten wir eher skeptisch.“ Hingegen begrüßt Johannes Thaysen von den Grünen die Initiative im Lollfuß: „Der Plan entspricht genau unseren Vorstellungen.“

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