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Kanalgeflüster : Werk-Tag Verkehrs-Problem Tafel-Freuden

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Rückblick auf die Woche von LZ-Redaktionsleiter Dirk Jennert.

von
erstellt am 08.Dez.2013 | 18:06 Uhr

Ministerpräsident müsste man sein. Da kann man an einem normalen Werktag anderen Leuten bei der Arbeit zusehen – ohne selbst auch nur ein winziges Fünkchen produktiv sein zu müssen. Torsten Albig hat das am Montag mustergültig vorgeführt. Gemeinsam mit seinem Regierungstross bestehend aus dem Regierungssprecher, einer Assistentin und mehreren Sicherheitsbeamten ließ er sich von Hobby-Chef Harald Striewski durchs Wohnwagenwerk in Fockbek führen. Das war geradezu lustig mit anzusehen, wie der 76-jährige Striewski strammen Schrittes die verschiedenen Stationen der Caravan- und Wohnmobilproduktion abklapperte und sein immerhin 26 Jahre jüngerer Gast zeitweise Mühe zu haben schien, nicht den Anschluss zu verlieren. Am Ende des Rundgangs durfte der Regierungschef das Innere eines neuen Wohnmobils besichtigen. Das tat er allerdings so ausführlich, dass einige aus dem draußen wartenden Pressekorps schon unkten, Albig habe sich wohl mal kurz hingelegt. Was hatte der Besuch für einen politischen Sinn? Das wissen wir nicht. Es gab keinen Förderbescheid, es gab keine Statements, aber es gab Schnittchen. Auch Herr Albig muss sich mal stärken. Bis zur nächsten Landtagswahl ist noch eine Menge Zeit totzuschlagen.

Dabei hätte es doch die eine oder andere Möglichkeit gegeben, sich in Fockbek politisch zu profilieren, man muss es nur wollen. Seit 20 Jahren reden die Fachleute von der Schaffung einer besseren Verkehrsinfrastruktur. Die Wirtschaft pocht darauf, dass endlich die Planung einer vernünftigen Rendsburger Nordumfahrung wieder auf die Tagesordnung kommt. Doch auch dazu gab es vom Ministerpräsidenten kein einziges Wort. Dabei hätte ihm selbst auffallen können, dass wir in unserer Region ein kleines Verkehrsproblem haben: Albig kam zu seinem Hobby-Termin zehn Minuten zu spät.

Zum Schluss noch eine gute Nachricht: Die von der Landeszeitung initiierte „Hilfe im Advent“ zugunsten der Rendsburger Kindertafel (siehe Seite 15) hat einen tollen Auftakt erlebt. In der ersten Woche kamen über 10 000 Euro an Spenden zusammen. Mit dieser Summe lässt sich der Betrieb der von der Schließung bedrohten Kindertafel für weitere sechs Monate aufrecht erhalten. Unsere Hilfsaktion dauert bis Weihnachten. Wir sind sicher, der Kindertafel im Namen unser Leserinnen und Leser an Heiligabend ein schönes Geschenk machen zu können.

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