Schleswig : Werden jetzt weniger Straßen erneuert?

Am Brautsee: Nach derzeitigem Stand ist vorgesehen, diese Straße in drei Jahren komplett zu erneuern. Frischen Asphalt könnte es aber schon in diesem Jahr geben.
Am Brautsee: Nach derzeitigem Stand ist vorgesehen, diese Straße in drei Jahren komplett zu erneuern. Frischen Asphalt könnte es aber schon in diesem Jahr geben.

Nach der Abschaffung der Ausbaubeiträge stellt die Verwaltung den bisherigen Investitionsplan in Frage.

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14. Februar 2018, 12:00 Uhr

Die Straße Am Brautsee ist eine echte Buckelpiste. „Als Radfahrer kann man hier nicht mehr vernünftig fahren“, klagt Anwohner Sven Bruns. Seit Jahren warten er und seine Nachbarn darauf, dass die Stadt die Straße von Grund auf erneuert, anstatt immer wieder nur die gröbsten Löcher zu flicken.

Es kann sein, dass die Bewohner der Mehrfamilienhäuser am Brautsee und die Besucher der nahe gelegenen St.-Jürgen-Grundschule und des Kindergartens noch etwas länger Geduld haben müssen. Das hat mit einer Entscheidung zu tun, die die Ratsversammlung am Montag getroffen hat und über die sich viele Grundstückseigentümer in der ganzen Stadt freuen: Die Ausbaubeiträge sind abgeschafft. Anders als bisher werden die Anlieger nicht mehr zur Kasse gebeten, wenn die Stadt eine Straße ausbaut. Der Stadtkasse entgehen dadurch jährliche Einnahmen in Höhe von 565 000 Euro. Bis 2021 summiert sich das auf mehr als 2,2 Millionen Euro. Diese Berechnungen der Kämmerei berücksichtigen die Straßen Seekamp, Voßkuhl, Jägerredder, Holzredder, Ulmenweg und Theodor-Storm-Straße, wo die Bauarbeiten entweder bereits laufen oder in absehbarer Zeit beginnen sollen.

Am Brautsee ist im bisherigen Investitionsplan für 2022 vorgesehen. „Der Investitionsplan ist aber noch unter der Voraussetzung aufgestellt worden, dass Ausbaubeiträge erhoben werden“, sagt Rathaussprecher Eric Gehrke. „Durch den Wegfall der Einnahmen kann es zu einer zeitlichen Verschiebung der Maßnahme kommen.“ Am Brautsee werden dadurch übrigens überwiegend nicht die Anwohner Geld sparen, sondern die Wohnungsbaugesellschaften, die als Eigentümer der Mietshäuser die Ausbaubeiträge hätten entrichten müssen.

Ein kleiner Trost für Sven Bruns und seine Nachbarn: Die Umweltdienste teilen mit, die Straße werde noch in diesem Jahr „wahrscheinlich hinsichtlich der Oberfläche überarbeitet“.

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