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Katze durch Kugel schwer verletzt : Wer schoss auf „Mohrchen“?

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

In Schleswig wurde eine Katze durch die Kugel aus einem Luftgewehr schwer verletzt. Die Polizei ermittelt.

shz.de von
erstellt am 24.Aug.2013 | 00:35 Uhr

„Mohrchen“ mochte weder fressen noch trinken, das Fieber stieg auf über 40 Grad Celsius, bei jeder Berührung jaulte die Katze vor Schmerzen auf. Anfangs vermutete Sabine Hansen, das Haustier ihrer Familie sei gebissen worden. Doch eine Röntgenaufnahme brachte die wahre Ursache ans Licht. Im Körper von „Mohrchen“ steckte eine Kugel, die aus einem Luftgewehr abgefeuert worden war.

„Das hat mich völlig schockiert“, sagt Sabine Hansen, die mit ihrer Familie im Schleswiger Norden lebt. Ihren wahren Namen möchte sie nicht in der Zeitung sehen. Sie fürchtet sich davor, dass der Täter, der auf ihre Katze schoss, möglicherweise anschließend gezielt Jagd auf ihr Tier machen oder ihre Adresse herausfinden könnte. „Man weiß ja nicht, wozu solche Menschen in der Lage sind, wir haben ja schließlich Kinder.“

Am vergangenen Sonntag war der Mutter aufgefallen, dass irgendetwas nicht stimmte. Die Katze war nicht wie gewohnt von ihrem nächtlichen Streifzug zurückgekehrt. Erst mehrere Rufe lockten „Mohrchen“ zurück nach Hause. Jede Bewegung fiel dem etwa ein Jahr alten Tier schwer, das Fell an der Wunde war teilweise verklebt. Sabine Hansen suchte umgehend ihre Tierärztin auf. Zunächst wurde die Katze mit Antibiotika behandelt und zusätzlich ein Schmerzmittel verabreicht. Als alles nichts half, schaute die Ärztin genauer nach und kam dem Projektil auf die Spur. Allerdings sitzt die Kugel so unglücklich im Körper, dass sie bei einer Operation nicht entfernt werden konnte.

Der jüngste Vorfall beunruhigt Sabine Hansen sehr. Denn im Bereich Schubystraße / Königsberger Straße – dort, wo „Mohrchen“ angeschossen wurde – sind in den vergangenen zwölf Monaten mehrere Katzen verschwunden. Dem Straßenverkehr fielen sie offenbar nicht zum Opfer. Die städtischen Umweltdienste, die für die Entsorgung von Kadavern im öffentlichen Verkehrsraum zuständig sind, teilten auf SN-Anfrage mit, dass im Bereich Schubystraße in den vergangenen Monaten kein totes Tier geborgen werden musste.

Die Polizei bestätigte, dass die Familie von „Mohrchen“ Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet habe. Polizeichef Rolf Bumann sagte zudem, dass ihm auch bekannt sei, dass in dem betreffenden Gebiet im Schleswiger Norden in jüngster Zeit mehrere Katzen verschwunden seien.

Yvonne Wieger-von-Wegner, Vorsitzende des Tierschutzvereins, bezeichnete es als „heftig, dass da einfach rumgeballert wird“. Der Täter habe nicht nur ein Tier gequält, sondern auch Menschen gefährdet: „Für uns ist dieser Fall ein Novum in Schleswig.“ Dass Katzen jedoch verschwinden, komme häufiger vor. Das Tierheim erhalte dazu mindestens ein bis zwei Hinweise pro Woche.

Sabine Hansen weiß noch nicht, wie es weitergehen soll. Der Zustand ihrer Familienkatze hatte sich gestern wieder verschlechtert. Wenn „Mohrchen“ es schaffen sollte, würde sie sie am liebsten im Haus lassen: „Aber das wäre ja nicht artgerecht.“

 

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