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Vater in Elternzeit : Wenn der Papa zu Hause bleibt

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Tino Völkle aus Dannewerk ist seit knapp sieben Monaten in Elternzeit und kümmert sich um Tochter Josie und Sohn Elias.

shz.de von
erstellt am 01.Feb.2017 | 07:51 Uhr

Immer mehr junge Väter beziehen Elterngeld. Während Mütter jedoch die Bezugsdauer von bis zu zwölf Monaten ausnutzen, pausieren Väter meist nur zwei Monate. Bei Tino Völkle aus Dannewerk ist das anders. Er ist seit der Geburt seiner Tochter Josie am 19. Juni 2016 in Elternzeit und kümmert sich um die Kleine. Bis zu ihrem ersten Geburtstag möchte er die Zeit mit ihr noch genießen, bevor er wieder in seinen Beruf bei der Bundeswehr einsteigt.

Der 28-Jährige gehört damit aber eher zur Minderheit der Väter, die für länger als zwei Monate Elterngeld beziehen. Gerade einmal 21,7 Prozent nahmen laut Statistischem Bundesamt 2014 im Kreis Schleswig-Flensburg die Leistung vom Landesamt für soziale Dienste in Anspruch. Im Jahr zuvor waren es noch 22 Prozent. Im landesweiten Vergleich liegt die Quote der Väter in Elternzeit unter dem Schnitt von 29,4 Prozent, wie die Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen. Aktuelle Zahlen zur Entwicklung der Elterngeldbezüge liegen dem Amt noch nicht vor.

Tino Völkle geht in seiner Rolle als Vollzeit-Vater auf. Er freut sich, dass er viel Zeit mit Josie und dem fünfjährigen Elias verbringen kann. „Die Zeit kann man nicht aufholen“, sagt er. Seine Verlobte Ramona Hafemann hat nach dem achtwöchigen Mutterschutz nach Josies Geburt wieder angefangen zu arbeiten. Sie ist Fahrzeuglackiererin. „Ramona ist nach Elias’ Geburt in Elternzeit gegangen“, erzählt Tino Völkle. Nun kümmert er sich um die Kinder und den Haushalt. „Es hat zwei bis drei Wochen gedauert, bis ich einen Rhythmus gefunden habe“, erinnert er sich und lacht. „Frauen organisieren alles irgendwie anders.“ Doch nun komme er mit dem „positiven Stress“ gut zurecht. Josie mache es ihm aber auch leicht, denn sie schlafe nachts durch. Und auch sonst sei sie sehr pflegeleicht.

Unter der Woche bringt der Dannewerker seinen Sohn Elias zusammen mit Josie und Rottweiler-Hündin Inka jeden Morgen in den Kindergarten. Die Mütter von Elias’ Kindergartenfreunden reagieren positiv auf Tino Völkles Elternzeit. „Sie sind froh, dass ein Mann mal sieht, was sie immer machen“, sagt der zweifache Vater.

Montags bringt Tino Völkle Elias zudem zum Turnen, mittwochs spielt er Fußball. Eifersüchtig auf die Schwester sei er nicht. Elias sei sehr ausgeglichen und wisse, dass seine Schwester mehr Aufmerksamkeit braucht als er. Außerdem werde der Fünfjährige stets in den Tagesablauf mit eingebunden – auch bei der Erziehung von Hündin Inka in der Hundeschule.

Ramona Hafemann, die ihre Kinder hauptsächlich nach der Arbeit und am Wochenende sieht, verbringt jede freie Minute mit ihnen. „Wenn sie nach Hause kommt, geht sie meistens eine Runde mit dem Hund und nimmt Josie und Elias mit“, erzählt Tino Völkle. Manchmal schicke er ihr tagsüber Bilder von den Kindern – „darüber freut sie sich immer sehr“.

„Die Elternzeit ist anstrengend, aber das ist der Beruf auch“, resümiert der 28-Jährige. Die Erfahrung wolle er nicht missen. Einige Monate kann er noch intensiv Zeit mit Elias und Josie verbringen – bevor er wieder zum Dienst nach Husum gerufen wird.

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