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Schleswig nach Weihnachten : Weniger Umtäusche, mehr Gutscheine

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Kaum ist der Weihnachtsstress vorbei, da geht der Umtausch-Stress los – so war es jedenfalls noch vor wenigen Jahren.

von
erstellt am 28.Dez.2016 | 08:08 Uhr

An der Hauptkasse des Modegeschäfts I.D. Sievers informiert ein Info-Schild an der Kasse die Kunden darüber, was sie zu bedenken haben, wenn sie Weihnachtsgeschenke umtauschen wollen: Zeit ist bis zum 8. Januar, Kassenbon und Etikett sollte man dabeihaben. Tatsächlich hatten die Mitarbeiterinnen an der Kasse gestern immer wieder damit zu tun, Hemden oder Hosen entgegenzunehmen, die unterm Christbaum lagen und sich als zu klein oder zu groß erwiesen. So viel umgetauscht wie früher werde aber nicht mehr, sagt Geschäftsführer Klaus Peter Jeß.

Buchhändlerin Tanja Richter in der „Eule“.
Buchhändlerin Tanja Richter in der „Eule“. Foto: Jensen (3)
 

Dieselbe Erfahrung hat Buchhändlerin Tanja Richter aus der „Eule“ im Schwarzen Weg gemacht. Bis gestern Mittag hatte sie erst ein einziges Buch zurücknehmen müssen. Und das nicht, weil es dem Beschenkten nicht gefiel, sondern weil er es doppelt hatte. „Das Umtauschen wird seit Jahren weniger“, hat sie festgestellt. Sie glaubt, dass das daran liegt, dass die Menschen sich genauer überlegen, was sie verschenken wollen. Außerdem habe es in diesem Jahr keinen Mega-Seller gegeben, den fast jeder verschenkte, wie im vergangenen Jahr mit Peter Wohllebens „Das geheime Leben der Bäume“. Statt mit Umtauschen hat sie damit zu tun, Gutscheine einzulösen. „Das wird mehr“, sagt sie. Dabei kann sie nicht bestätigen, was manche Kritiker sagen, nämlich dass viele Gutscheine nie eingelöst werden. „Bei uns ist die Quote sehr hoch.“

Expert-Verkäuferin Jenin Wagner mit Geschäftsführer Gerhard Peise.
Expert-Verkäuferin Jenin Wagner mit Geschäftsführer Gerhard Peise.
 

Gutscheine spielen in den Tagen nach Weihnachten auch bei Megaland-Expert in St. Jürgen eine große Rolle. „Die Kunden verwenden ihre Gutscheine für Playstation-Spiele und für CDs und DVDs, aber auch für Handy-Prepaidkarten“, sagt Verkäuferin Jenin Wagner. Und Geschäftsführer Gerhard Peise ergänzt: „Es kommt aber auch immer häufiger vor, dass sich jemand von der ganze Familie Gutscheine schenken lässt und sie dann sammelt, um sich davon zum Beispiel einen Fernseher zu kaufen.“ Umgetauscht wird bei Megaland hingegen inzwischen genauso wenig wie in der „Eule“ oder bei I.D. Sievers. „Vielleicht liegt es daran, dass unsere Beratung so gut ist“, schmunzelt Klaus Peter Jeß. Der Trend zum Gutschein spiele dabei aber auf jeden Fall eine Rolle, fügt er hinzu. So rechnet er damit, dass der 8. Januar, der letzte offizielle Umtausch-Tag, tatsächlich ein Gutschein-Tag wird. Es ist der erste verkaufsoffene Sonntag des Jahres – und für viele Beschenkte, die sich nach dem Weihnachtsbesuch bei der Familie wieder in alle Welt zerstreuen, die vorerst letzte Chance, den Gutschein einzulösen. Wer es in diesem Winter nicht mehr schafft, braucht sich aber keine Sorgen zu machen. Die meisten Schleswiger Geschäfte akzeptieren Gutscheine auch, wenn sie mehrere Jahre alt sind.

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