Welterbe-Titel und Geldsegen im Visier

Die Waldemarsmauer: Hier ist bereits ein Stück Danewerk zu erleben. Foto: Staudt
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Die Waldemarsmauer: Hier ist bereits ein Stück Danewerk zu erleben. Foto: Staudt

Danewerk und Haithabu: Vorarbeiten für Unesco-Bewerbung fast abgeschlossen / Bundestags-Initiative soll neue Fördermöglichkeiten eröffnen

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01. September 2011, 07:20 Uhr

Schleswig-Flensburg | Danewerk und Haithabu auf dem Weg zum Unesco-Weltkulturerbe: Wenn Prof. Dr. Claus von Carnap-Bornheim, Chef des Archäologischen Landesamtes und des Archäologischen Landesmuseums auf Schloss Gottorf, dieser Tage aus Lettland zurückkehrt, dann hat er frohe Kunde im Gepäck. Beim Treffen der internationalen Steuerungsgruppe für die Anmeldung des Projektes "Phenomena and Monuments of Viking Culture" als Unesco-Weltkulturerbe zeichnete sich ab, dass die Bewerbungsunterlagen fristgerecht zum 31. Januar 2012 in Paris abgegeben werden könnten. Zugleich tun sich möglicherweise neue Fördertöpfe auf, um den deutschen Teil des Welterbe-Projektes - insbesondere das Danewerk - touristisch besser erlebbar zu machen.

Sowohl Carnap-Bornheim als auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Börnsen sind sich sicher: Die Sache wird rund laufen. Eventuell schon 2013 (Börnsen) oder 2014 (Carnap) könnte der 700-Seiten-Antrag auf Erteilung des Welterbe-Status vorliegen und damit ein wichtiger Impuls für die Region im Einzugsgebiet des riesigen Flächendenkmals positiv beschieden werden. Nach Aussage Börnsens haben Untersuchungen ergeben, dass ein eingetragenes Unesco-Weltkulturerbe bis zu 35 Prozent mehr Besucher zieht als herkömmliche Kulturstätten. Das allerdings nur dann, wenn die Präsentation auf der Höhe der Zeit ist.

Und dafür wird Geld benötigt, Geld, das zukünftig anteilig auch vom Bund beigesteuert werden könnte, sofern der Bundestag im Herbst einen entsprechenden Beschluss zur Stärkung von Unesco-Welterbestätten fasst. Auf Initiative Börnsens und weiterer CDU- und FDP-Abgeordneter wird die Bundesregierung unter anderem aufgefordert, auch die deutschen Teile transnationaler Welterbestätten finanziell zu unterstützen - eine "Lex Danewerk/Haithabu".

"Der Antrag wird durchgehen, weil alle Fraktionen dafür sind", sagt Börnsen, kultur- und medienpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und zugleich Obmann der CDU/CSU-Bundestagsfraktion in der Enquete-Kommission "Kultur in Deutschland", die mehr öffentliche Aufmerksamkeit für die Welterbestätten in Deutschland sowie eine Stärkung ihrer wirtschaftlichen und baukulturellen Potenziale fordert.

Nach Auskunft Börnsens sind die nationalen Welterbestätten in den vergangenen drei Jahren allein aus dem Etat des Bundesbeauftragten für Kultur und Medien, Staatsminister Bernd Neumann, mit 30 Millionen Euro gefördert worden. Carnap-Bornheim: "Wir sind auf dem richtigen Weg. Umso wichtiger wäre es, auch aus Berlin Unterstützung für das Projekt zu erfahren. Auf diese Art wäre es für uns optimal."

Darüber, wie das Danewerk für Touristen attraktiv präsentiert werden könnte, haben sich 2009 Teilnehmer eines europaweiten Ideenwettbewerbs der beteiligten Aktiv-Regionen (Schlei-Ostsee, Hügelland am Ostseestrand und Eider-Treene-Sorge) sowie des Kreises und des Archäologischen Landesamtes (zusammengeschlossen seit 2009 im Verein "Danewerk/Haithabu") Gedanken gemacht. Der Siegerentwurf der Berliner Bürogemeinschaft "Lützow 7" und "Urban Essences" sah die Schaffung eines Regionalparks vor. Möglich wären nach den Vorstellungen der Planer unter anderem 30 Meter hohe Aussichtstürme, renaturierte Flächen, naturnahe Wander- und Radwege, ein deutsch-dänisches Gesellschaftshaus, eine Radstation, wikingerzeitliche Landwirtschaft und die Vermarktung historischer Produkte. Was auch immer von den Ideen umgesetzt wird - klar ist: Es muss modern und professionelle geschehen. Carnap-Bornheim: "Die Besucher erwarten heute First Class, die wollen keinen zusammengeschnippelten Schilderwald. Das Wikingermuseum ist ein gutes Beispiel."

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