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Stammzellen-Typisierung : Welle der Hilfsbereitschaft für Volker T.

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Bürger, Vereine und Unternehmen aus der Region setzen sich für den leukämiekranken Polizisten aus Schaalby ein. Am Sonnabend, 8. Februar, kann man sich in den Räumen der Schleswiger Nospa typisieren lassen.

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erstellt am 05.Feb.2014 | 07:45 Uhr

Seinen vollen Namen möchte Volker T. nicht in der Zeitung lesen. „Wenn alles überstanden ist, soll man nicht zuerst auf meine Krankheit stoßen, wenn man mich googelt“, sagte der Polizist aus Schaalby, als er gestern von seinem Kieler Krankenhausbett mit der SN-Redaktion telefonierte. Seit Ende November liegt er dort – seit bei ihm Leukämie diagnostiziert wurde. Seine größte Hoffnung ist, dass sich irgendwo auf der Welt ein Mensch findet, dessen Stammzellen im Knochenmark seinen so ähnlich sind, dass sie sich für eine Transplantation eignen. Im ungünstigsten Fall finden sich solche Zellen nur bei einem von mehreren Millionen Menschen.

Volker T. fing Ende des vergangenen Jahres selbst an mit der Suche: Er schickte eine Rundmail an seine 8000 Kollegen bei der schleswig-holsteinischen Polizei und bat sie, sich registrieren zu lassen bei der Deutschen Knochenmarkspender-Datei (DKMS). Der Böklunder Oberkommissar Ulrich Ahlemann rührte kräftig die Werbetrommel. Rund um Schleswig und seinem Arbeitsort in Süderbrarup hat die Geschichte von Volker T. eine Solidaritätswelle ausgelöst, die den 48-Jährigen tief beeindruckt und ihm auch Kraft gibt für seinen Kampf gegen den lebensbedrohlichen Blutkrebs. Bald hingen überall rund um Schleswig Plakate mit der Überschrift „Volker will leben“ mit Aufrufen, am kommenden Sonnabend zur Typisierunsg-Aktion der DKMS in die Nospa-Hauptstelle im Stadtweg 18 zu kommen. Volkers oberster Dienstherr, Innenminister Andreas Breitner wird dann als Schirmherr selbst vor Ort sein.

Auch Volkers Kameraden von der Freiwilligen Feuerwehr in Schaalby haben zur Teilnahme aufgerufen. Seine Sportfreunde aus der Gruppe der „Fitnessmänner“ des TSV Schleswig haben sich nicht nur vorgenommen, sich am Sonnabend alle typisieren zu lassen, sie haben auch Geld gesammelt. Denn jede einzelne Typisierung kostet 50 Euro. Die DKMS ist auf Spenden angewiesen. Auf dem Wochenmarkt haben die Fitnessmänner bereits 448,28 Euro zusammenbekommen. Während am Sonnabend die Typisierung läuft, wollen sie mit einer Glücksrad-Aktion auf dem Capitolplatz bis zu 1000 Euro sammeln. 29 Firmen haben dazu Preise gespendet. Die Veranstaltung nimmt inzwischen Ausmaße eines kleinen Volksfestes an. So treten die Schleswiger Husaren (10 bis 11.45 Uhr), die Bigband der Domschule (12 bis 12.30 Uhr und 14-30 bis 15 Uhr) und der Feuerwehrmusikzug Westerakeby (13 bis 14.15 Uhr) auf. Es gibt Kuchen, Grillwurst, Kaffee, Punsch und Bier.

Spenden sind auch von mehreren anderen Organisationen, Vereinen und Firmen gekommen. Der Kriminalpräventive Rat in Süderbrarup und die CDU-Frauen in Schleswig verkauften Kuchen, die Süderbraruper Bäckerei Ebsen backte „Volker-will-Leben-Brote“. Schon am Freitag werden sich Schüler und Lehrer aus mehreren Schleswiger Schulen typisieren lassen. Die Idee dazu hatte die Lornsenschülerin Sophia Wolfrat, als Thema Leukämie neulich im Biologie-Unterricht ihrer zwölften Klasse durchgenommen wurde.

Von der Welle der Hilfsbereitschaft, die Volker T. in der Region ausgelöst hat, profitieren auch andere Leukämiekranke. Denn natürlich sucht die DKMS am Sonnabend nicht nur nach Stammzellenspendern für ihn, sondern auch für alle anderen Patienten in ihrer Datei.

Volker selbst wird am Sonnabend nicht dabei sein. Sein Immunsystem ist zu geschwächt, er muss im Krankenhaus bleiben Neulich zog er sich deshalb eine Blutvergiftung zu. Die hat er überstanden – zu seiner großen Erleichterung. Ein Zimmernachbar, dem es ähnlich erging, ist inzwischen gestorben.

> Knochenmark-Typisierungsaktion am Sonnabend, 8. Februar, von 10 bis 16 Uhr in den Räumen der Nospa im Stadtweg 18. Wer gesund ist und zwischen 18 und 55 Jahre alt, kann sich typisieren lassen. DKMS-Spendenkonto Nr. 164 478 349 bei der Nospa (BLZ 217 500 00).

 

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