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Schleswiger Nachrichten

18. August 2017 | 09:16 Uhr

Schleswig : Welcome und Bienvenue

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Jugendliche aus den Partnerstädten London Borough of Hillingdon und Mantes-la-Jolie sind zurzeit zu Gast in Schleswig.

Dass die Straßen und Wege allesamt so sauber sind, das sei ihm als erstes aufgefallen. „Das ist ein großer Unterschied zu meiner Heimatstadt, und auch in England habe ich es so nicht erlebt“, so der 16-jährige Frédéric Obenans, der mit diesem sympathischen französischen Akzent in der Stimme spricht („Das abbe isch so nischt erläppt“). Frédérics Heimatstadt, das ist Mantes-la-Jolie. Von dort aus ist er, gemeinsam mit sieben weiteren Schülern, am Sonnabend im Rahmen des Jugendaustausches 2014 für eine Woche nach Schleswig gekommen. Begleitet werden sie von sieben jungen Engländern aus London Borough of Hillingdon sowie acht Schleswiger Jugendlichen.

„Seit 1958 besteht die Freundschaft zwischen diesen drei Partnerstädten, und seit Mitte der 60er Jahre findet der Jugendaustausch statt. Das ist eine wahre Erfolgsgeschichte im Verhältnis unserer drei Städte, die in ihrer Wirkung gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann“, betonte Annelen Weiß, Präsidentin des Kuratoriums für Städtefreundschaft der Stadt Schleswig, als sie die jungen Gäste gestern im Ständesaal offiziell begrüßte. Jugendaustausche seien ein Fundament für Volkerveständigung, Toleranz und Weltoffenheit.

Tatsächlich wirkten die jungen Menschen aus den drei Nationen bereits nach den wenigen Tagen, die sie nun zusammen sind, wie ein eingeschworener Haufen. Das liegt sicherlich auch daran, dass alle Teilnehmer – auch die Schleswiger – zusammen in der Jugendherberge an der Spielkoppel übernachten und dort auch große Teile ihrer gemeinsamen Freizeit verbringen. „Die Zimmer sind untereinander voll durchgemischt, Engländer, Franzosen und Deutsche: alle zusammen“, erklärte Merle Clasen (17), die selbst schon sowohl in Hillingdon als auch in Mantes-la-Jolie zu Gast war.

Nun hat sie, gemeinsam mit den anderen Schleswiger Teilnehmern, das Programm für die Unterhaltung der Gäste zusammengestellt. Neben Fahrten nach Hamburg und zum Kletterpark in Eckernförde geht es dabei in erster Linie auch darum, Schleswig zu entdecken. „Es ist richtig cool, ihnen unsere Stadt zu zeigen“, sagte Marlene Heinrich (17). Denn die jugendlichen Besucher könnten sich für Dinge begeistern, „die wir Schleswiger gar nicht mehr wahrnehmen“, erzählte sie. So seien die Engländer und Franzosen etwa vom kleinen Mühlenbach, der vom Polier- in den Kälberteich fließt, völlig fasziniert gewesen. Andererseits seien alle irritiert gewesen, dass am Sonntagmorgen in der Innenstadt offenbar „tote Hose“ herrscht.

Frédéric Obenans findet trotzdem, dass Schleswig eine wirklich schöne Stadt ist. Und dass hier so viele Menschen mit dem Fahrrad unterwegs sind, habe er so auch nicht erwartet. Da sehe man wieder, wie sehr die Deutschen auf Ökologie achteten. Bürgermeister Arthur Christiansen sieht in der Vermittlung eben dieser positiven Eindrücke dann auch einen der Hauptgründe, die für den Jugendaustausch sprechen. Ihm liege viel daran, die Kontakte zu den Partnerstädten weiter zu pflegen und freue sich deshalb sehr, dass die Jugendlichen nun zu Gast in Schleswig sind. „Denn Ihr alle seid von nun an Botschafter unserer Stadt.“

Da jedoch nicht alle Gäste so perfekt Deutsch sprechen wie Frédéric Obenans, wurden die Ansprachen, die Christiansen und Weiß im Rathaus hielten, ins Englische und Französische übersetzt. Diesen Part übernahmen der 21-jährige Marvin Hofbauer (Englisch) und seine Mutter Carola Hofbauer-Raup (Französisch), die sich gemeinsam mit ihrem Mann Rainer Raup seit Jahren für die Städtepartnerschaften stark macht. Und so lobte auch Harry Heide (SSW), der beim Gästeempfang gemeinsam mit Stephan Dose (SPD) die Ratsversammlung repräsentierte, „dass dieser lebendige Austausch ohne die Raups gar nicht möglich wäre. Die machen das wirklich gut.“

Am kommenden Sonnabend werden die Gäste Schleswig wieder verlassen.

 

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erstellt am 05.Aug.2014 | 07:43 Uhr

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