Schleswig : Weitere Großspenden fürs Hospiz

So soll das „Petri-Haus“ aussehen.   Planungsring   Mumm + Partner GbR
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So soll das „Petri-Haus“ aussehen. Planungsring Mumm + Partner GbR

Justizministerin Sütterlin-Waack ist jetzt Schirmherrin der Schleswiger Einrichtung.

Alf Clasen von
14. Januar 2019, 17:29 Uhr

Schleswig | Für Sabine Sütterlin-Waack ist die Unterstützung von Hospizarbeit eine Herzensangelegenheit. 2004 starb ein enger Freund; liebevoll betreut wurde der junge Familienvater in seinen letzten Lebenstagen im Flensburger Katharinen-Hospiz. „Wie auch wir als Freunde damals aufgefangen wurden, das war ganz großartig“, sagt die heutige Justizministerin des Landes. Damals sei sie sofort in den dortigen Förderverein eingetreten. Und so verwundert es nicht, dass die Lürschauerin Sütterlin-Waack auch die Pläne für den Bau eines Hospizes in Schleswig unterstützt – und jetzt sogar die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen hat. „Ich finde, es ist ganz wichtig, dass man sterbenskranken Menschen ein würdiges Ende ermöglicht.“

3,3 Millionen Euro wird der Bau des „Petri-Hauses“ mit zwölf Betten nach aktuellen Berechnungen kosten. Seit das Schleswiger Ehepaar Renate und Günther Meier mit ihrer Zwei-Millionen-Euro-Spende den Grundstock gelegt haben, hat eine große Welle der Hilfsbereitschaft die Region erfasst. Mittlerweile sind weitere 380.000 Euro an Spendengeldern eingegangen, davon allein 290.000 Euro in den Monaten November und Dezember, nachdem die Hospizstiftung zuvor gezielt 500 Firmen aus Schleswig und Umgebung angeschrieben hatte. Ein Unternehmer und eine Privatperson aus Schleswig hätten jeweils 100.000 Euro zur Verfügung gestellt, berichtet Enno Körtke vom Vorstand der Hospizstiftung.

400.000 Euro fehlen noch

Die Verantwortlichen kalkulieren darüber hinaus mit 360.000 Euro an Fördermitteln des Landes sowie mit 140 000 Euro von der Stiftung Deutsches Hilfswerk (Fernsehlotterie) – bleibt eine Finanzierungslücke von rund 400.000 Euro.

Für weiteren Schub soll eine Veranstaltung mit geladenen Gästen am 1. März auf Schloss Gottorf sorgen, zu der auch Ministerpräsident Daniel Günther sein Kommen angekündigt hat. Darüber hinaus will Sabine Sütterlin-Waack bei der Patientenbeauftragten der Bundesregierung anfragen, ob es in Berlin weitere Fördertöpfe gibt, die man anzapfen könnte.

Baubeginn im Frühjahr

Dass schon im Frühjahr Baubeginn sein wird auf dem Grundstück zwischen Schubystraße, Moltkestraße und Gartenstraße, daran lässt Enno Körtke keinen Zweifel. Sollte noch Geld fehlen, werde man einen Kredit aufnehmen. Mit der Baugenehmigung rechnet er ab Mitte April. Bereits im Februar sollen bei Baufirmen Angebote eingeholt werden, um rechtzeitig loslegen zu können. Für April sei zudem die Gründung der Betreibergesellschaft geplant, in der das Diakoniewerk Kropp, der Kirchenkreis und der Freundeskreis Hospizdienst vertreten sein werden.

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