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Besuch von der Kolchose : Weißrussischer Großbauer trifft Handewitter Geschäftspartner

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Seit gut 20 Jahren handelt der Handewitter Lohnunternehmer Lorenz-Peter Stotz mit landwirtschaftlichen Maschinen in Weißrussland. Von dort kam nun Besuch in den Norden und berichtete vom Wirtschaften einer Kolchose.

shz.de von
erstellt am 28.Aug.2013 | 08:00 Uhr

Der Vergleich bot sich an: Die Kolchose im weißrussischen Snow, die Nikolaj Radoman unter seinen Fittichen hat, ist mit ihren 7000 Hektar fast so groß wie die Flächengemeinde Handewitt. Bei einem Geest-Besuch des weißrussischen Direktors, der als einflussreicher Politiker in der Region Minsk gilt, staunten die Handewitter Gastgeber nicht schlecht, als sie die Eckdaten des genossenschaftlichen Betriebs erfuhren. Geflügel, Rinder und Schweine erbringen jährlich 23 000 Tonnen Fleisch, das in einer eigenen Schlachterei verarbeitet wird. 24 000 Tonnen Milch fallen pro Jahr an, und allein 300 Mitarbeiter sind damit beschäftigt, ein Handelsnetz zu pflegen, dass neben dem nationalen auch den russischen Markt erfasst.

Seit gut zwei Dekaden handelt der Handewitter Lohnunternehmer Lorenz-Peter Stotz mit landwirtschaftlichen Maschinen in Weißrussland und unterhält wirtschaftliche Beziehungen in die Ortschaft Snow, die zusammen mit 13 Außendörfern gut 5000 Einwohner zählt. 2009 reiste auch eine Delegation der Handewitter Selbstständigen zur 120 Kilometer südwestlich von Minsk gelegenen Kolchose. Nun besuchte Nikolaj Radoman Handewitt und wurde bei dieser Gelegenheit von einigen weiteren Unternehmern empfangen.

Ihn interessierte dabei auch der soziale Sektor und deshalb besichtigte er ein Seniorenwohnheim, Sporthallen und eine Schule. „Wir stecken in Snow jedes Jahr rund eine Million Dollar in Schule, Kindergärten, Sporthalle und Schwimmstätte“, erzählte der Gast. Die soziale Infrastruktur sei in seiner Heimat auf Input aus der Wirtschaft angewiesen. „Die Menschen träumen vom westlichen Lebensstil, wollen aber möglichst wenig Steuern zahlen“, sagte Nikolaj Radoman schmunzelnd.

Interessiert betrachtete er die größere Zahl älterer Häuser – „Bei uns wurde im Zweiten Weltkrieg alles platt gemacht“ – und entdeckte zahlreiche Ansatzpunkte für weitere Verbesserungen in seinem weißrussischen Betrieb. „Bei der Entwicklung beider Länder gibt es noch große Unterschiede“, sagte er. Vielleicht schwang bei dieser Äußerung eine gewisse Bescheidenheit mit. Lorenz-Peter Stotz berichtete von einem enormen technischen Fortschritt und einer sehr guten Arbeitsmoral der Bevölkerung. „Deutschland wird sich anstrengen müssen, um zukünftig mit der weißrussischen Landwirtschaft mitzuhalten“, bilanzierte der Handewitter.

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